Matthes und Seitz, Berlin 2026
ISBN
9783751821094 Gebunden, 330 Seiten, 28,00
EUR
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Herbert Kopp-Oberstebrink. Mit einem Vorwort von Aleida Assmann. Ethan Taubes, der in New York lebt, hatte lange nicht mehr mit seinem Vater gesprochen, als er von dessen Zusammenbruch und Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik in Berlin erfuhr. Ein Freund und Universitätskollege seines Vaters berichtete ihm, er habe Jacob Taubes nach New York geholt, da er nicht zulassen könne, dass nach Auschwitz ein Jude in einer deutschen Irrenanstalt sterbe. Doch der Zustand des Vaters verschlechterte sich so sehr, dass ihn nur eine Elektroschocktherapie retten konnte. Danach beschloss Jacob Taubes, nach Berlin zurückzukehren, um dort seine Tätigkeit als Hochschullehrer wieder aufzunehmen. Die Erzählung von Ethan Taubes beginnt an Heiligabend mit dem letzten gemeinsamen Treffen vor der Abreise. Gemeinsam schlendern sie ziellos durch die Stadt, machen Station in einer Buchhandlung, in Parks, in Cafés und - zum last supper - in einem Restaurant. Im Gespräch vermischen sich schmerzliche und traumatische Erinnerungen an die Qualen der Kindheit und Jugend mit Diskussionen über Literatur und Wissenschaft, über Gott, Apostel Paulus und das Judentum. An diesem "heiligen" Abend geht es aber auch um die Auseinandersetzung eines emotional verletzten Sohnes mit dem in intensiver Hassliebe bewunderten Vater. Der verlorene Vater ist die zutiefst berührende Geschichte einer Vater-Sohn-Beziehung. Es ist zugleich auch die Geschichte eines intergenerationellen Traumas, von Brüchen in der Identität und verlorenen kulturellen Traditionen einer jüdischen Familie nach dem Holocaust.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2026
Rezensent Wolfgang Matz wird nicht schlau aus diesen Erinnerungen Ethan Taubes an seinen Vater, den Judaisten Jacob Taubes. Romanhaft erzählt der Autor von einer einzigen Nacht mit dem Vater, Streitgespräche, Monologe, Provokationen, Wutausbrüche, Extreme einer intensiven Vater-Sohn-Beziehung. Für Matz eine echte Herausforderung. Ein dichter, von Dramatisierung bestimmter Text mit klaustrophobischer Atmosphäre, meint er. Die Themen, Religion, Philosophie, Judentum kommen vor, in Form von Theorien, aber auch als Auswuchs von Taubes' Größenwahn, so Matz irritiert. Vielleicht ist es vor allem ein Buch über das Rätsel von Familienbanden, mutmaßt der Rezensent.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Caroline Blackwood: Das Schicksal von Mary Rose Aus dem Englischen von Claudia Voit. Caroline Blackwood, Erbin des Guinness Vermögens und schillernde Figur der Londoner Bohème, hat aus ihrer Herkunft und ihrem Leben keine… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…