Alessandro Baricco

Abel

Roman
Cover: Abel
Kampa Verlag, Zürich 2025
ISBN 9783311101581
Gebunden, 160 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

 Aus dem Italienischen Annette Kopetzki. Er ist siebenundzwanzig Jahre alt, als er zur Legende wird. Abel Crow ist der Sheriff einer Kleinstadt und verhindert einen Raubüberfall, indem er mit zwei Pistolen gleichzeitig zwei verschiedene Ziele trifft. Mit einer solchen Präzision hat das noch nie jemand geschafft! Abel ist verliebt in die geheimnisvolle Hallelujah Wood, die ihn ebenfalls liebt, aber immer wieder fortgeht, ohne dass er weiß, wohin. Sie kommt jedes Mal zurück. Abels Mutter hingegen ist Jahre zuvor gegangen und nicht mehr zurückgekehrt. Sie nahm die vier besten Pferde mit und überließ ihn, seine Brüder und seine Schwester ihrem Schicksal. Es ist die Geschichte eines Helden, der sich seiner Vergangenheit stellen muss, während die Zeit alte und auch neue Wunden heilt, und der nebenbei sein Städtchen bewacht und beschützt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.10.2025

Rezensentin Carolin Gasteiger ist nicht so ganz entschlossen, was sie von diesem Roman halten soll, der eher ein "lyrisches Experiment" ist. Einen "metaphysischen Western" hat Baricco hier vorgelegt - keine leichte Lektüre, findet die Kritikerin. Im Mittelpunkt steht der Sheriff Abel Crow, der einen Raubüberfall verhindern kann und zwar mit einer speziellen Schießtechnik, bei der man zwei unterschiedliche Ziele gleichzeitig mit zwei Waffen trifft, lesen wir. Es geht hier überhaupt ziemlich viel ums Schießen, meint Gasteiger ein wenig irritiert: "Oft schossen wir, bevor wir fragten", heißt es da. Baricco verknüpft seine Westerngeschichte, in der übrigens viele starke Frauen auftreten, mit philosophischer und poetischer Reflexion: "Darum gehen wir leicht über den Boden, als Nomaden, fast unsichtbar." Die Form erinnert die Kritikerin dabei selbst an Pistolenschüsse: kurze Kapitel ohne logische und zeitliche Verknüpfung, immer aus der Perspektive der Hauptfigur erzählt. Interessant ist das irgendwie schon und der Kritikerin gefällt die "tiefe Nachdenklichkeit", die aus den Zeilen spricht. Gleichzeitig scheint es ihr aber, als habe der Autor hier vor allem ein Buch für sich selbst geschrieben. 

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