Alex Capus

13 wahre Geschichten

Cover: 13 wahre Geschichten
Deuticke Verlag, Wien 2004
ISBN 9783216307385
Gebunden, 199 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Alex Capus tut, was er am besten kann: Geschichten erzählen. Diesmal sind es historische Miniaturen, also wahre Geschichten, die er der Vergessenheit entrissen hat - die wahre Geschichte des Gärtnergehilfen Ernest Perron etwa, der sich den Schah von Persien zum besten Freund nahm und wie er im Schatten des Pfauenthrons zu Macht und Ansehen kam; oder jene des tapferen Schweizer Soldaten Max Waibel, der ganz allein den Zweiten Weltkrieg um mehrere Monate verkürzte; oder jene des katholischen Lebemanns Geo Chavez, der als erster Mensch im Flugzeug die Alpen überflog und vor Schreck über diesen Frevel starb; oder jene des Uhrmachersohns Louis Chevrolet, der die erfolgreichste Automarke aller Zeiten gründete, zuletzt aber verarmt als angestellter Chevrolet-Mechaniker endete; oder jene der gottesfürchtigen Bauersfrau Veronika Gut, die nach dem Franzoseneinfall 1798 zur Waffenschmugglerin und Gotteskriegerin wurde.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2004

Dieser Autor ist versiert, geschickt und kann hübsche literarische Vexierspiele zu Papier bringen, doch der anspruchsvollen Sabine Döring ist das nicht genug. Alex Capus' Sammlung mit "13 wahren Geschichten" ist aus ähnlichem Stoff wie Gottfried Kellers "Zürcher Novellen": auf der Basis authentischer Ereignisse, die in einem Anhang alle dokumentarisch verbürgt sind, entfaltet der Autor ein kurioses Panorama helvetischer Geschichte. Vor allem unbekannte Personen - kauzige Patrioten, glücklose Erfinder, rauflustige Söldner und liebenswerte Betrüger - haben es Alex Capus angetan. Mit diesem Personal ahmt er "geschickt die Erzählweise alter Chroniken und Kalender" nach und genau das verstimmt die Rezensentin. Denn Capus' Vertrauen auf den allmächtigen Erzähler, der unberührt von Moderne und Postmoderne, die Fäden immer noch in der Hand hält, sei ein anachronistischer Gestus, der bisweilen dem Thema nicht angemessen sei. So bleibt der Kritikern nichts anderes übrig, als den Autor lediglich als "geschickten Stimmenimitator und Sammler historischer Kuriosa" einzustufen, der über das Anekdotische hinaus nichts über die Conditio humana zu sagen hat.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.11.2004

Kein Schriftsteller hätte sich die 13 Geschichten, die Alex Capus aus 600 Jahren Schweizer Historie herausgefiltert hat, "kurioser oder schauerlicher" erfinden können, meint Rezensent Christoph Haas. Allesamt wahr, erzählen die "Histörchen" Schicksale und Vorfälle - den Kampf einer religiös-fanatischen Bauernwitwe gegen die französische Besatzung 1789 zum Beispiel oder die Verstöße eines Luzerner Offiziers gegen die Neutralitätspolitik der Schweiz, so der Rezensent. Ihm gefällt dabei, dass Capus sich für den "Zauber des farbigen Stoffes" begeistert und keinen historiografischen "Ehrgeiz" an den Tag legt. Nur so habe er eine Anekdotensammlung schreiben können, die schon unsere Großväter "amüsiert" hätte. Und wenngleich die Sprache Capus' mitunter allzu "antiquiert" daherkommt - drei Stunden Langeweile vertreibt das Buch allemal, meint Haas.

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