Die Zeit vergeht im Fluge, doch tat sie das immer schon? Welche Zeitvorstellungen begleiteten die alten Griechen und Römer durch den Tag? Welchen Begriff hatten sie von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft? Und wie beeinflusst ihr Zeitmaß noch heute unseren Alltag? Der Althistoriker Alexander Demandt bringt uns eine Zeit nahe, die im wahrsten Sinne des Wortes ganz anders tickte als unsere. Was wir schon immer über die Zeit wissen wollten: Demandt gibt beredte Auskunft. Warum beginnt das Jahr am 1. Januar? Weshalb ist der September nicht der siebte (septem), sondern der neunte Monat? Warum fällt der Schalttag auf den 29. Februar und nicht auf den 32. Dezember? Wann wurde der Sonntag zum Ruhetag? Woher stammen die Namen unserer Wochentage? Seit wann gibt es unsere Zeitrechnung? Anhand vielfältiger Beispiele aus der antiken Überlieferung entwirft Demandt eine Kulturgeschichte der Zeit und schlägt den Bogen bis zur Gegenwart, die mehr denn je vom Takt der Zeit geprägt ist.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.10.2015
Rezensent Klaus Bartels lernt die Zeit kennen mit dem Althistoriker Alexander Demandt. Als weit ausgreifende Kulturgeschichte angelegt, erklärt das Buch dem Rezensenten nicht nur Cäsars Geniestreich der Einführung seines, des Julianischen Kalenders, sondern auch, was unsere Zeitkultur noch so ausmacht. Zitatreich, bunt, detailliert und immer wieder überraschend scheint Bartels die Lektüre, die ihn tatsächlich auch die Zeit vergessen lässt. Ob es um philosophische Zeitbetrachtung geht, um Zeitbegriffe, das Vergangene im Alltag oder die Wochentagefolge, immer spürt Bartels: Dieses Buch ist ein großer Wurf.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2015
Auch wenn Rezensent Uwe Walter das meiste aus diesem an lebensweisheitlichen Aphorismen und Nachschlagenswertem zum Thema Zeit reichen Buch des Althistorikers und Zettelkastenwizzards Alexander Demandt gleich wieder vergessen hat - einiges blieb doch haften. Etwa die berückende Ordnung, die der Autor seinem kulturgeschichtlichen Überblick verliehen hat. Zeitsymbole, Zeitgötter, Lebenszeit, Periodisierung, Geschichte der Uhren - lauter spannende, gegen das Vergessen geschriebene Kapitel, findet Walter, der nur manchmal den Verzicht auf Zeichnungen, philosophische Tiefe und Genauigkeit bedauert, ansonsten jedoch dauernd Ahas ausstößt ob der Fülle und des Informationsgehalts der Mitteilungen.
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