Nach dem frühen Tod ihrer Mutter als einzige Frau unter Männern aufgewachsen, später für die Erziehung der Töchter aus dem Haus von Berlichingen zuständig, eingeliefert in die Staatsirrenanstalt Zwiefalten und zum Schluss der Freitod in der Nagold so lässt sich das Leben Christiane Hegels in groben Zügen skizzieren. Doch warum wissen wir nur so wenig von der einzigen Schwester des bedeutenden Philosophen, deren Schicksal so tragisch endete? Warum landete sie in der Irrenanstalt, während ihr Bruder in Preußen Karriere machte? Anhand zahlreicher neu entdeckter Quellen zum Leben Christiane Hegels und ihres berühmten Bruders folgt Alexandra Birkert den Lebensspuren einer faszinierenden Frau, die Briefe schmuggelte, Latein sprach und Kontakt zu vielen berühmten Persönlichkeiten ihrer Zeit hatte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.10.2008
Judith von Sternburg begrüßt Alexandra Birkerts Buch über Christiane Hegel, Schwester des berühmten Philosophen, als "ersten und vermutlich letzten Versuch" einer umfassenden Biografie dieser Frau. Das Vorhaben der Autorin scheint ihr schwierig, weil es kaum sicheres Wissen über Christiane Hegel gibt. Weswegen die Hälfte des Buchs ein "großer Konjunktiv" sei und Birkert immer wieder schreibe, wie es gewesen sein könnte. Gleichwohl hebt Sternburg lobend hervor, dass Birkert nicht den Fehler begeht, dieses Unwissen zu vertuschen. Die Kapitel über die frühen Jahre fallen ihres Erachtens "interessant", aber auch recht "mickrig" aus. Diese Sachlage ändert sich zu ihrer Freude in den späteren Jahren, wenn es um Christianes Tätigkeit als unverheiratete Hauslehrerin geht und um ihre Zusammenbrüche, in deren Folge sie sich 1832 das Leben nimmt.
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