Einleitung und herausgegeben von Martin Bondeli und Hoo Nam Seelmann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.03.2003
Gert Lange zeigt sich begeistert von der mit diesem Band erstmals einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemachten Vorlesung Hegels zur Naturphilosophie aus dem Wintersemester 1819/20. Es sei zwar bereits 1982 ein Repititorium zu ihr veröffentlicht worden, dieser Band nach einer Mitschrift von Johann Rudolf Ringier jedoch sei "authentischer und auch viel ausführlicher". Lange will sogar eine gewisse Aktualität von Hegels Ausgangspunkt entdecken, wonach wir die Natur einerseits "als das Unabhängige schlechthin" bewunderten, sie aber andererseits unseren Interessen unterwürfen und diese letzte Seite, so Hegel, "immer auf Zerstören und Zertrümmern des Gegenstandes" ausgehe, "indem der Mensch seine Bedürfnisse befriedige." Hegel strebe dagegen nach einer Versöhnung. Zwar komme, schreibt Lange, die Natur "als echter Gegenpol des Geistes", wie Feuerbach gezeigt habe, bei Hegel gar nicht vor, sondern nur die Natur als Idee, das ganze Sein als gedachtes Sein. "Aber was für Gedanken!" meint Lange.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.11.2002
Hegels Philosophie der Natur, in seinem System gleichsam die Mitte zwischen Logik und Geistphilosophie, gilt vielen Kritikern als antiquiert und der Funktion nach einem hybriden Systemeinheitsgedanken unterworfen. Zudem hält man Hegel im allgemeinen für den Philosoph des Geistes, wohingegen man bei Schelling eher eine adäquate Philosophie der Natur zu finden glaubt. So skizziert der upj. zeichnende Rezensent das herrschende Bild eines "naturfernen" Hegel. Die nun erschienene Nachschrift des Rechtsstudenten Johann Rudolf Ringiers (1797-1879) einer 1819/20 in Berlin gehaltenen Vorlesung Hegels über Naturphilosophie ermöglicht nach Ansicht des Rezensenten indes eine "leichte Korrektur" an diesem Hegel-Bild. 1997 in einer Basler Privatbibliothek aufgefunden und vom Berner Hegel-Forscher Martin Bondeli ediert, enthält die Nachschrift nach Angaben des Rezensenten zwar - wohl aufgrund versäumter Vorlesungstage - einige Lücken, überrascht im übrigen aber durch ihre Ausführlichkeit.
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