Côte d'Azur, Sommer 1967. Antoine ist 15 Jahre alt und dabei, neue Freundschaften zu knüpfen und sich zu verlieben. Aber plötzlich wird alles anders. Was mit einem scheinbar zufälligen Ausbruch von Gewalt beginnt, endet mit makabren Zwischenfällen, die ihm Verletzungen zufügen, von denen er sich nie erholen wird. Er braucht zwanzig Jahre, um zumindest zu verstehen, was sich in diesem Sommer wirklich zugetragen hat. Für diese Geschichte ließ sich Thierry Smolderen von "Diabolik", dem italienischen Kultcomic der Sechzigerjahre, inspirieren.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.11.2016
Ein Sommer 1967, eine junge Freundschaft, die ersten Erfahrungen mit Sex und Drogen - ganz eindeutig ein Initiationsroman, aber eben nicht nur, meint Rezensent Christian Gasser ein, denn unter der Oberfläche der poppig bunten Teenagerwelt scheinen immer wieder die eisigen Geheimnisse des Kalten Krieges für einen kurzen Moment hindurch, um dann wieder zu verschwinden. Thierry Smolderen und Alexandre Clérisse spicken ihr raffiniertes Versteckspiel mit allerlei Querverweisen, Anleihen und Referenzen auf Comic-Klassiker, Pop-Musik und die Ästhetik der Sixties, jedoch ohne dabei nostalgisch zu wirken, lobt Rezensent. Ganz im Gegenteil, versichert er, "Ein diabolischer Sommer" biete seinen Lesern - Comic-Experten wie Uneingeweihten - ein erfrischendes und "angenehm verwirrendes Vergnügen".
Rezensent Ralph Trommer hat mit der neuen Graphic Novel aus der Werkstatt Thierry Smolderen und Alexandre Clérisse wiederum ein anspielungsreiches, subtil humoriges Werk der beiden Autoren zu annoncieren, das eine vergangene Epoche zum Thema hat, die späten 60er Jahre und allerlei Verschwörungstheoretisches. Es geht um die Vergangenheit des Vaters der Erzählerfigur als vermeintlicher Spion und dessen Verschwinden, das der Erzähler aufarbeitet. Trommer faszinieren die Ambivalenz des Personals die überraschenden Wendungen der vielschichtigen Story und das ständige Oszillieren der Geschichte zwischen Erzählerfantasie und Realität. Auch die Illustration, die Trommer an Pop-Art und Formexperimente a la "Barbarella" erinnern, findet der Rezensent überzeugend, da sie Vorgefundenes nicht einfach kopieren, wie er versichert.
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