Winsor McCay revolutionierte mit "Little Nemo", der ab 1905 auf den Sonntagseiten des "New York Herald" erschien, das Medium Comic. Der kleine Nemo erlebte in seinen Träumen nicht nur die fantasievollsten Abenteuer, sondern McCay experimentierte mit Farben, Formen, Erzählebenen und Seitenarchitektur wie kein anderer. Thierry Smolderen ergründete das spannende Leben McCays zunächst in einem fiktionalisierten Roman, während der Zeichner Jean-Philippe Bramanti an einem Projekt über "Little Nemo" arbeitet. Als die beiden sich kennen lernten entstand "McCay" in dem der Künstler und seine Figur zueinander finden. Im August 2019 würde der Zeichner seinen 150. Geburtstag feiern.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 31.07.2019
Rezensentin Eva Hepper ist enttäuscht von einem eigentlich originellen Versuch, die Lebensgeschichte des Comic-Pioniers Winsor McCay zu bebildern. Die Idee der Verfasser Thierry Smolderen und Jean-Philippe Bramanti den Zeichner McCay dem genialen Mathematiker Charles Howard Hinton begegnen zu lassen und in eine Abenteuergeschichte um Fantasie und Vorstellungskraft zu verwickeln, findet Hepper toll. Auch vermittelt der Band die Lebensstationen des "Little Nemo"-Schöpfers. Absurd wird es laut Hepper, wenn die von Fakten untermauerte Fiktion ins Reich der Fantasie vorstößt. Dass dem Band ein Lebensabriss zu McCay fehlt und die vielen Anspielungen im Text nur für Eingeweihte zugänglich sind, empfindet Hepper ebenfalls als Mangel.
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