"Mein Name ist Alexandros Stefanidis. Ich bin zu einem großen Teil in einem katholischen Jungeninternat in der Südwestpfalz aufgewachsen. Unter lauter Deutschen. Nicht jeder hat so viel Glück. Im Internat St. Pirmin in Dahn gab es damals so gut wie keine Ausländer und folgerichtig auch keine Ausländerkinder in meinem Alter. Für die anderen Jungs war ich ab dem ersten Tag nur der Grieche . Das ist kein Witz. Statt Alexandros oder Alex hieß ich fortan für alle Grieche . Und zum ersten Mal spürte ich, wie hilflos ich mich ohne mein bisheriges Koordinatensystem fühlte. Ohne meine Eltern, ohne meine Brüder, ohne meinen geliebten Bolzplatz, den Gottesacker: ohne meine Heimat. Mein Leben in mindestens zwei Welten begann."
Ein Buch für die Jugend? Aber sicher, meint Christiane Müller-Lobeck. Alexandros Stefanidis' radikal subjektiver, drauflos erzählter Bericht aus einer Migrantenjugend in Deutschland anno Kohl, noch dazu in einem kirchlichen Internat bietet der Rezensentin jede Menge Erkenntnisse über die Realität von Gastarbeiterkindern in den 80ern, über Erfahrungen mit rassistischer Ausgrenzung und den Schlamassel der Jugend allgemein. Literarische Feinarbeit oder Objektivierung braucht es dazu laut Rezensentin gar nicht.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…