Alfred Döblins letzter großer Roman - erstmals in der ursprünglichen Fassung. Der englische Soldat Edward Allison kehrt traumatisiert aus dem Zweiten Weltkrieg in sein Elternhaus zurück. Er fragt nach der Schuld am Krieg und löst damit einen Reigen von Erzählungen aus, die ganz unterschiedliche Facetten von Schuld beleuchten, vor allem auch innerhalb der eigenen Familie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.01.2016
Rezensent Wolfgang Schneider freut sich über die neue Ausgabe von Alfred Döblins letztem großen Roman in der ursprünglichen Fassung. Schon wegen des passenderen Endes. Das wuchtige Familiendrama um einen Kriegsheimkehrer besticht laut Schneider durch filmischen Stil, expressionistische Dynamik und die Hamletsche Spiegelfigur, mit der der Autor "hintergründige Identitätsspiele" inszeniert, wie der Rezensent uns wissen lässt. Als psychotherapeutisches Decamerone bezeichnet Schneider den Text, in dem Hassliebe, Lebenslügen und Geschlechterkämpfe toben. Dass Döblin im Exil wenig vom Alltag im kriegszerstörten Deutschland wusste, wird für Schneider verkraftbar, da der Autor stattdessen seine Fantasiekünste und die Lust an Parodie und Travestie auffährt, aber auch und mehr noch als in früheren Büchern, meint Schneider, erzählerische Disziplin.
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