Alicia Baier

Das Patriarchat im Uterus

Ein Plädoyer für körperliche Selbstbestimmung
Cover: Das Patriarchat im Uterus
Droemer Knaur Verlag, München 2025
ISBN 9783426566091
Gebunden, 352 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Weltweit ist jede vierte Frau einmal in ihrem Leben selbst betroffen ist. Dennoch halten sich  Mythen, Stigmatisierung und Falschinformationen rund um das Thema Schwangerschaftsabbruch hartnäckig. Ein Vorhaben für die Legalisierung von Abtreibungen ist gerade erst kurz vor dem Ziel im Bundestag ausgebremst worden. Dr. med. Alicia Baier, Ärztin in der Gynäkologie und Mit-Gründerin von Doctors for Choice Germany, erläutert die medizinischen und politischen Grundlagen. Dabei wird deutlich: Die aktuelle rechtliche Regelung führt nicht nur zu großen Problemen in der medizinischen Praxis, sondern folgt auch patriarchalen Mustern und ist ein Einfallstor für rechte Ideologien. Mit viel Empathie und großer Expertise zeigt Baier, warum dies eine Geschichte von Macht und Entmündigung ist und was sich in Gesellschaft, Medizin und Politik ändern muss, damit schwangere Menschen selbst über ihre Körper bestimmen können. So wird klar: Das Thema geht uns alle an.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.01.2026

Nach den politischen Rückschlägen im Kampf für Abtreibungsrechte im vergangenen Jahr freut sich Rezensentin Amelie Sittenauer umso mehr über Alicia Baiers Buch zum Thema. Die Ärztin, Gründerin und Vorsitzende des Netzwerks "Doctors for Choice", setzt sich darin energisch und "kenntnisreich" für die gänzliche Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen ein, auch für die Abschaffung des institutionellen Weigerungsrecht, auf das sich viele Kliniken noch berufen. Wie Baier ihre Kritik auch an anderen bürokratischen und juristischen Strukturen, die Ungewollt-Schwangeren den Prozess unnötig erschweren, mit handfesten Beispielen aus ihrer eigenen Tätigkeit als Ärztin verbindet, findet die Kritikerin sehr lehrreich und "lebensnah". Auch, wie "diskriminierungssensibel" Baier argumentiere und marginalisierte Positionen stets mitdenke, imponiert Sittenauer. Ein gleichermaßen "wütendes" wie fundiertes Buch, das der Kritikerin beweist: weder an Kampfgeist noch an konkreten Vorschlägen zur Verbesserung der Lage mangelt es heute.

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