Die Frauen der Geburtsjahrgänge 1955 bis 1970 - die Babyboomer - starteten als erste Frauengeneration Deutschlands mit einer guten Ausbildung und viel Elan in ein Leben, das ihnen gleiche Chancen und Rechte wie den Männern versprach. Heute, gut dreißig Jahre später, fällt die Bilanz längst nicht für alle positiv aus. Die Karrieren vieler dieser Frauen endeten abrupt, wenn sie Kinder bekamen. Anschließend war ihnen der erneute Zugang zum Arbeitsmarkt deutlich erschwert - und nach einer Scheidung trugen sie die finanzielle Verantwortung für sich und die halbwüchsigen Kinder. Heute sehen Hunderttausende dieser Frauen der Altersarmut entgegen. Christina Bylow und Kristina Vaillant schreiben über die Diskriminierung der Babyboomer-Frauen in einer auf Sexiness gepolten Gesellschaft, über Rentenungerechtigkeit, die Entfremdung zwischen Männern und Frauen - und darüber, was diese Frauengeneration dennoch geleistet hat.
Die Frauen um fünfzig sind die ersten, die alle Chancen hatten, aber womöglich nicht die letzten, deren Status am Ende eine Enttäuschung ist. Ja, sie durften Sex haben, mit wem sie wollten, alle Ausbildungschancen standen ihnen offen, aber dann folgte das bekannte deutsche Drama, erzählt Rezensentin Simone Schmollack, die Autorinnen resümierend: "Erst sollen die Frauen studieren, dann aber zu Hause bleiben, Stichwort: Ehegattensplitting." Daraus folgt, dass die Frauen dieser Generation häufig schlechter gestellt sind als die Männer, um so mehr, wenn sie Kinder haben, eventuell geschieden sind und kaum ausreichende Rentenansprüche erwirtschaften konnten. Schmollack stimmt den Autoren zu, bezweifelt aber, dass die deutsche Gesellschaft und Politik ihre Botschaft hören wollen.
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