Aus dem Englischen von Rabea Rentschler. Immer wieder stößt der Glaube an Gott in den Medien auf heftige Kritik. Gleichzeitig scheint der Atheismus in der westlichen Welt auf dem Vormarsch zu sein. Einer der führenden Vertreter der gegenwärtigen Atheismus-Bewegung ist Richard Dawkins. Mit seinem Buch Der Gotteswahn hat er einen weltweiten Bestseller geschrieben, der vielfach die öffentliche Meinung mitbestimmt.Doch wie ernst sollte man Richard Dawkins Thesen nehmen? Die Autoren unterziehen sie einer gründlichen Prüfung. Ist der Glaube wirklich intellektueller Unsinn? Hat die Wissenschaft Gott tatsächlich entlarvt? Wo liegen die Wurzeln des christlichen Glaubens? Ist Religion böse? Mit diesem Buch halten Sie einen kritischen Zugang zu Der Gotteswahn und dem atheistischen Fundamentalismus in Händen.
Positiv überrascht zeigt sich Rezensent Robert Misik von diesem "Gottes-Pamphlet" des Oxforder Theologieprofessors. Da es nämlich auf den ersten Blick recht knallig als Antwort auf Richard Dawkins? Thesen zum "atheistischen Fundamentalismus" daherkomme, sei er zunächst skeptisch gewesen, schreibt der Rezensent. Doch Alister McGrath präsentiere sich als "bedächtiger, kluger Gläubiger", der seine Religiosität vernünftig zu begründen versuche. Ganz unpolemisch und geschickt sieht der Rezensent McGrath auch auf Dawkins? argumentative Schwachstellen reagieren und fühlt sich vom "milden Christenton", in dem das Buch verfasst ist, auch insgesamt sehr angezogen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2008
Richard Dawkins' Buch "Der Gotteswahn" avancierte mit seinem biologisch begründeten Atheismus und den kämpferischen Attacken gegen das Christentum zum weltweiten Bestseller. Rezensent Henning Ritter begrüßt Alister McGraths Antwort. Im Gegensatz zu Dawkins' "roher Polemik" muten Ritter die Ausführungen von McGrath, seines Zeichens Biologe und anglikanischer Theologe, geradezu nobel an: Wie ein Gentleman rücke er die theologischen und religionsgeschichtlichen Irrtümer von Dawkins zurecht. Dabei hält er sich in Ritters Augen streng an die Regeln wissenschaftlicher Argumentation, wenn er versucht zu zeigen, dass religiöse Überzeugungen, sofern nicht kreationistisch und/oder fundamentalistisch, in der westlichen Kultur konfliktlos neben der Wissenschaft bestehen können. Nach einem Exkurs über Darwin rekapituliert Ritter ausführlich die Theorie der "Meme", die Dawkins einführt, um die kulturelle Evolution analog zur biologischen Evolution zu erklären - eine Theorie, die für Ritter der Komplexität der Kultur nicht gerecht wird und sogar auf deren Verflachung hinaus läuft. Ohnehin scheint ihm Dawkins "Meme"-Theorie haltlos und wird in seinen Augen zu Recht von McGrath ganz und gar verworfen.
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