In Anlehnung an jüngste Arbeiten von Georges Didi-Huberman, Gottfried Boehm, Jacques Derrida, Luce Irigaray und Elliot R. Wolfson stellt Almut Sh. Bruckstein Ausschnitte einer erzählenden philosophischen Poesis vor, welche in der Berührung so disparater Materialien wie Rembrandt und Midrasch, Derrida und Talmud, Orhan Pamuk und die via negativa, einen Gestus des Erotischen einfordert. In Briefform und im Umgang mit Rembrandt folgt Bruckstein dem schreibenden Begehren nach einer Grenzüberschreitung des (andro-zentrischen) Territoriums jüdischer Textwelten. Sich auf Wegen der Dissemination, von aussen her kommend ein Inneres aufsprengend, den Denkwegen der Rabbinen anzunähern und diese im Kontext der Bilder methodisch neu zu inszenieren, ist das Desideratum, welches "Vom Aufstand der Bilder" aufgreift und einzulösen sucht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.08.2007
Äußerst fasziniert folgt Michael Hesse der Philosophin Almut Sh. Bruckstein auf ihren Gedankengängen durch Bild- und Textmaterial und stellt gebannt fest, dass sie damit einen ganz neuen Blick auf vertrautes Terrain freigibt. Die Autorin verbinde in ihren Reflexionen über so unterschiedliche Gebiete wie Rembrandts Kunst, den Midrasch, Derridas Theorien oder den Pentateuch kühn jüdische, hellenistische und islamische Denktraditionen und knüpfe ein "Gespräch" zwischen Bildtraditionen und jüdischer Philosophie, so der Rezensent beeindruckt. Ihm hat dieser Ansatz so manch originelle Einsicht beschert und beispielsweise zu Rembrandts Gemälde "Jakob ringt mit dem Engel" überraschende Bedeutungshorizonte eröffnet. Gern folgt der Rezensent auch der Vision Brucksteins von einer "jüdisch-islamischen Akademie", die sie in ihrem Buch propagiert und findet gerade ihr Bemühen, jüdische, europäische und islamische Denkweisen zu verbinden, sehr zeitgemäß. So gewinnt das Buch auch eine politische Aussage, so Hesse eingenommen.
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