Vor genau fünfzig Jahren erschien der erste Band des Handbuchs der bayerischen Geschichte - des legendären "Spindler". Heute erscheint der erste Band dieses unverzichtbaren Standardwerkes auf dem modernsten Stand der Forschung vollständig neu geschrieben. Das vielfältige Themenspektrum reicht von den naturräumlichen Voraussetzungen und Umweltbedingungen, die die Entwicklung Bayerns von Anfang an geprägt haben, bis zum kulturellen Leben der Stauferzeit. Faszinierende Kapitel sind der Prähistorie bis zum Ende der Keltenreiche und der Römerzeit gewidmet, in der Teile des heutigen bayerischen Territoriums (Raetien) Aufmarschgebiet der Legionen gegen herandrängende Barbaren waren. Die Ethnogenese der Bayern, die Formierung der Agilolfingerherrschaft, die Stellung Bayerns im mittelalterlichen Reich, die Rolle der Karolinger, Liudolfinger, Salier und Welfen, aber auch die Ausbreitung des Christentums sowie die Bedeutung der Kirche, des Adels und der Juden in Bayern werden ebenso kundig beschrieben und anschaulich erläutert wie Entwicklungen von Recht, Wirtschaft, Literatur und Musik.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.12.2017
Wo bisher in Bavarica-Bibliotheken der "Spindler" stand, wird nun der "Schmid" stehen, versichert Rezensent Rudolf Neumaier und preist schon den ersten Band des neu aufgelegten "Handbuchs der bayerischen Geschichte" als neues Standardwerk. Warum? Weil Alois Schmid aus einem "reinen Arbeitsbuch" ein "Lese- und Arbeitsbuch" gemacht hat, erklärt der Kritiker, der nicht nur die Entscheidung lobt, den Fußnotenapparat in den Anhang zu bugsieren, sondern auch staunt, wie lesefreundlich Schmids Autorenteam die bayerische Vor- und Frühgeschichte bis zum Hochmittelalter verpacken. Und auch, wenn es nach wie vor vieles unerforscht bleibt, entdeckt der Rezensent hier zahlreiche neue Forschungserkenntnisse der letzten fünfzig Jahre.
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