Alois Vogel

Jahr und Tag Pohanka. Roman und 11 Erzählungen

Werkausgabe Band 3
Cover: Jahr und Tag Pohanka. Roman und 11 Erzählungen
Deuticke Verlag, Wien 2000
ISBN 9783216304919
Gebunden, 383 Seiten, 34,77 EUR

Klappentext

Mit "Jahr und Tag Pohanka" und 11 Erzählungen (Letzter Kindheitssommer, Die Prinzessin von Trapezunt, Unkeuschheit und Standgericht, Zubetoniert, Ein Pyjama für Herrn Dworak, Es war heiß am 25. Juli, Die grüne Schürze, Das Quartett, Der Esel von Epidauros, Auf der Treppe zu St. Marie, Die Parabel vom Seiltänzer) erscheint nun Band III der fünfbändigen Gesamtausgabe des Werks von Alois Vogel. Die Bände enthalten ein Nachwort sowie Kommentare und Erläuterungen zur Entstehungsgeschichte der Texte.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.05.2001

In einer Doppelrezension bespricht Karl-Markus Gauß den dritten und vierten Band der Werkausgabe zu Alois Vogel, dessen Wiederentdeckung er als "überfällig" bezeichnet - zumal seine Bücher zum Teil längst vergriffen sind. Gauß deutet dabei an, dass Vogel möglicherweise lange Zeit deswegen nur wenig beachtet wurde, weil er ideologisch nur schwer in eine Schublade zu stecken war.
1.) Alois Vogel: "Jahr und Tag Pohanka" (Deuticke Verlag)
In diesem Band wird nach Gauß indirekt auch Vogels Hintergrund bzw. Werdegang deutlich. Denn Vogel gehörte, wie der Leser erfährt, zu einer sozialdemokratischen Bewegung in Wien, die sich als "Bildungs- und Kulturbewegung begriff". Vogel, von Beruf Feinmechaniker, habe daher über eine "staunenswerte Bildung" verfügt, gleichzeitig sei er jedoch auch bestens mit dem Alltag und den Lebensverhältnissen der Arbeiter vertraut gewesen. Dies kommt nach Gauß ganz besonders in dem Roman 'Jahr und Tag Pohanka' zum Tragen, findet Gauß.
2.) Alois Vogel: "Schlagschatten. Total Verdunkelung" (Deuticke Verlag)
'Schlagschatten' ist 1977 erschienen und gehört, wie Gauß erläutert, zu den wenigen Versuchen überhaupt, "den österreichischen Bürgerkrieg vom Februar 1934 erzählerisch zu deuten". Besonders gut gefällt dem Rezensenten, dass Vogel - obwohl Sozialdemokrat und daher nicht unparteiisch - versucht, die verschiedenen Sichtweisen und Facetten der Ereignisse einzufangen, wobei er sich des Kunstgriffs bedient, ein- und dieselben Ereignisse von verschiedenen Erzählern zu schildern. Gauß findet dieses Verfahren durchaus typisch für Vogels Romane und lobt, dass auf diese Weise "verschiedene Entwürfe von 'Wahrheit' erprobt werden".
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