Amy Hempel

Die Ernte

Erzählungen
Cover: Die Ernte
luxbooks, Wiesbaden 2013
ISBN 9783939557722
Kartoniert, 115 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Jakob Lung. Die minimalistischen Geschichten von Amy Hempel sind Kleinode, in die man hineingeworfen wird, um verändert wieder aufzutauchen. Sie sind Portraits scheinbarer Nichtigkeiten. Die immer wiederkehrenden Motive sind zugleich die Grundthemen Amy Hempels: der Tod, als beständiger Begleiter, die omnipräsente Angst vor menschlichen Bindungen, der unsichere Grund, auf dem sich die Figuren bewegen, Schlammlöcher und Erdbeben, das Auftreten von Einzelgängern, die zu empfindsam sind, um das Wanken der Welt nicht zu bemerken.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.01.2014

Sehr minimalistisch, diese Erzählungen von Amy Hempel, manchmal geradezu klinisch, und dann wieder umwerfend komisch, weil sie einen Blick für Details hat, lobt Rezensentin Katharina Laszlo. Es geht oft um Tod und Verfall, doch werden die Dinge nie so direkt ausgesprochen. Oder sehr lakonisch behandelt. Laszlo zitiert zum Beleg eine Stelle aus der Titelerzählung "Die Ernte". Der Freund eines Unfallopfers hält den blutgetränkten Pulli seiner Freundin hoch und sagt: "Du wirst schon wieder, aber dieser Pullover ist ruiniert."
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.12.2013

Frank Schäfer stellt die amerikanische Autorin Mary Miller zusammen mit ihrer Kollegin Amy Hempel vor, die beide in seinen Augen für eine neue Härte in der weiblichen Literatur stehen. Und sie hauen ihn mit ihrer "Wirklichkeitswucht" einfach um. Miller erzählt in ihrem Roman "Süßer König Jesus" in der Tradition von Kerouac und Salinger die Coming-of-Age-Geschichte der 15-jährigen Jess, die mit ihrer evangelikalen Familie von Alabama nach Kalifornien zieht. Quasi am Rande der Straße, zwischen Taco Bell und Burger King, schärft sich die Wahrnehmung der jungen Heldin, freut sich der Rezensent, und es schält sich allmählich eine Wirklichkeit heraus, die zuvor von "Reklame, Unterhaltungstrash und religiöser Indoktrination" verdeckt war.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.10.2013

Eine Wucht sind diese im Original 1990 erschienenen kurzen und kürzesten Texte der hierzulande dringend zu entdeckenden Autorin Amy Hempel, findet Angela Schader. Dabei glänzen die Erzählungen durch das Abwesende in ihnen, wie die Rezensentin erläutert. Das Auslassen scheint die große Stärke der Autorin zu sein, oder auch, Impressionen um Abgründe zu gruppieren. So weiß Schader zwar nicht, was auf der exotischen Urlaubsinsel in "Anbruch des Tages" wirklich geschah, doch der Text, der sich um diese Lücke herum "wie eine Muschel" schließt, fasziniert sie. Ebenso Hempels Gratwanderungen zwischen Entsetzen und Sarkasmus, getragen von einem je eigenen Rhythmus. Dass Hempel auch witzig sein kann und lebenslustig, entdeckt Schader aber gleichfalls bei der Lektüre.

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