Aus dem Koreanischen von An Il Kil und Florian Rogge. Über vier Generationen hinweg erzählt An Su-Kil von einer Familie in der chinesisch-koreanischen Grenzregion Buk Gan Do, das Wanderleben der politisch und wirtschaftlich unterdrückten Menschen. Dabei entsteht zugleich ein hintergründiges Porträt der wechselvollen koreanischen Geschichte zwischen 1870 und 1945; vom Niedergang der Choson-Dynastie bis zum Ende der japanischen Kolonialherrschaft. Eine literarische Verdichtung individueller Lebensläufe und weltgeschichtlicher Entwicklungslinien.
Yi Zang Jun und seine Frau Ssang Ga Mae, Vertreter der dritten Generation, sind Schlüsselfiguren des Romans. Viele wichtigen Ereignisse sind mit ihnen verknüpft. Der Roman zeichnet sich durch die regelmäßige Wiederkehr bestimmter Motive und Handlungselemente aus, die gleichsam von Generation zu Generation neu erlebt werden. Die meisten leben von der Landwirtschaft, sie bietet darüber hinaus durch die zyklische Wiederkehr auch eine Lesart für die Geschichte selbst, die sich durch die stete Abfolge von Fortschritten und Rückschlägen, Gesundheit und Krankheit, Freiheit und Gefängnis, Aufbau und Zerstörung, Kämpfen, Schlachten, Souveränität und Fremdbestimmung, Leben und Tod auszeichnet.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 04.05.2019
Rezensentin Katharina Borchardt ist froh, dass mit "Buk Gan Do" die spannende Geschichte einer Region erzählt wird, in die man als Europäer selten Einblick bekommt: Der Roman dreht sich laut Kritikerin um die Bauernfamilie Yi, die sich über vier Generationen in der Mandschurei, auf Koreanisch "Buk Gan Do", durchschlägt. Zwischen 1870 und 1945 lassen die koreanischen Migranten, alteingesessene Chinesen und später eindringende Japaner eine sehr heterogene Gegend entstehen, vor deren Hintergrund sich der Rezensentin zufolge eine von nüchternen Männern bestimmte Familiengeschichte abspielt. Obwohl sie den Roman mit großem historischem Interesse gelesen hat, fehlt Borchardt über die Mandschurei-Thematik hinweg ein größerer Spannungsbogen.
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