Aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann. "Nachtblüher" ist Liebesgeschichte, Gesellschaftsroman und eine Erkundung der schlafenden Welt. Vor allem aber ein Roman, der eine junge Frau auf die Suche nach Schlaf schickt und ganz nebenbei jene Systeme filetiert, die uns in die Schlaflosigkeit treiben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2024
Kritiker Thomas Combrink stellt einige Ähnlichkeiten zwischen Ananda Serné und ihrer Protagonistin Eliza fest: Beide sind auf einem Schiff aufgewachsen und später nach Norwegen gezogen. Eliza leidet unter Schlafmangel und nimmt eine Stelle an einem Forschungsinstitut an, um darüber zu forschen, welchen Einfluss die Partnerwahl auf den Schlaf hat. Das Buch hat für Combrink über lange Strecken Berichtscharakter - die "Kulturgeschichte der Schlaflosigkeit" sucht er vergeblich, auch mit dem möglichen Metaphernraum wird ihm zufolge kaum gespielt. Literarisches Potential entfaltet der Roman für den Rezensenten am ehesten, wenn es um die fiktionalen Schlafwächter geht, die die Schlaflosen in Kliniken unterbringen sollen - insgesamt ein eher "therapeutischer Roman", meint Combrink.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 29.02.2024
Ein vielversprechende Debüt legt Ananda Sernè hier vor, so Rezensentin Stephanie von Oppen. Im Zentrum des Romans steht Eliza, die in Norwegen in einem Forschungsinstitut arbeitet und unter anderem über Schlaf forscht - während sie selbst oft schlaflos bleibt. Auf der Suche nach einem Partner beginnt sie, die Männer, mit denen sie zusammenkommt, beim Schlafen zu beobachten, woraus die Idee für ein Forschungsprojekt erwächst, erzählt die Rezensentin. Sernè kombiniert laut Oppen verschiedene Textsorten in ihrer Prosa und schreibt außerdem ausgezeichnete lebensnahe Dialoge. Gern folgt die Kritikerin Eliza in dieser Geschichte, die auch eine dystopische Ebene hat.
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