Aus dem Japanischen von Nora Bierich. Mit Illustrationen von Kat Menschik. "Es ist der siebzehnte Tag ohne Schlaf." So beginnt Haruki Murakamis Erzählung von einer Frau, die nachts kein Auge mehr zu macht. Aber es fühlt sich anders an als die quälende Schlaflosigkeit, die sie als Studentin erlebt hat: Jetzt ist sie auf zauberhafte Weise nicht mehr müde. "Ich kann einfach nicht schlafen. Noch nicht einmal ein Nickerchen." Spätabends, wenn ihr Mann und ihr Sohn im Bett liegen, beginnt sie ein zweites Leben, und die Nächte sind bei Weitem aufregender als ihre gleichförmigen Tage, aber auch gefährlicher.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2009
Angetan zeigt sich der "lue." zeichnende Rezensent von Haruki Murakamis Roman "Schlaf". Die Geschichte um eine schlaflose Zahnarztgattin, die keineswegs unter ihrer Schlaflosigkeit leidet, sondern die Realität zunehmend klarer sieht, hat ihn irgendwie fasziniert. Er schätzt die "einfache, rhythmisierte Prosa" des Autors, deren Ton dringlicher werde, je länger die Schlaflosigkeit seiner Protagonistin andauere. Diese Dringlichkeit bringt für ihn ein Unbehagen in den Text, der schließlich "abrupt" endet. Besonders hebt er noch Kat Menschiks Illustrationen im "typischen surrealistischen Comic-Stil" hervor.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.09.2009
Simon Strauss hat sich begeistert von Haruki Murakamis unheimlicher Erzählung "Schlaf" verstören lassen, in der eine Zahnarztgattin plötzlich aufhört zu schlafen. Während sie die Schlaflosigkeit zunächst als Zuwachs an Vitalität und Lebensqualität erlebe, kommt ihr nach 17 Tagen der erschreckende Gedanke, dass sie vielleicht in Wirklichkeit gestorben sei und der Tod somit keineswegs ewigen Schlaf, sondern immer währendes Wachsein bedeutet, fasst der Rezensent zusammen. Temporeich wechsle diese Erzählung, die dem 2007 erschienenen Band "Ein Elefant verschwindet" entnommen wurde, zwischen Traum und Wirklichkeit, Alltagsrealität und surrealer "Parallelwelt", schwärmt Strauss. Großartig und gegenüber der Erzählung durchaus eigenständig findet er auch die Zeichnungen der Berliner Illustratorin Kat Menschik, der es in ihren Zeichnungen gelingt, die ganze Bedrohlichkeit dieser schlaflosen Existenz einzufangen, wie der Rezensent schwärmt.
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