Tennis als Spiegel des Lebens - in ihrem literarischen Debüt schlägt die ehemalige Top-Ten-Spielerin Andrea Petković die Brücke zwischen Sport und Literatur und erzählt rund um ihr Leben als Tennisprofi. Wie fühlt es sich eigentlich an, das Leben als eine der weltweit besten Tennisspielerinnen? Wie gelingt die Balance zwischen notwendiger Siegesgewissheit und gefräßigem Selbstzweifel? Wie schafft man es, trotz manch krachender Niederlage und nervtötenden Verletzungen die Freude am Spiel nicht zu verlieren? Und wie pflegt man Freundschaften in einer Welt der Rivalität und des ständigen Unterwegsseins? In "Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht" nimmt Andrea Petković uns mit in die Welt eines faszinierenden Sports, der so unkontrollierbar und aufregend ist wie das Leben selbst. Sie erzählt von ihrer Kindheit und Jugend in Darmstadt als Flüchtlingskind aus dem ehemaligen Jugoslawien, von herzzerreißenden Begegnungen auf und neben dem Tennisplatz, von ihrer zerrissenen serbisch-deutschen Seele und wilden New Yorker Nächten, von weiblichen Körpern im Leistungssport - und von ihrer großen Liebe zur Literatur und zur Musik.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.11.2020
Rezensent Gerald Kleffmann kann es kaum fassen, dass eine Profi-Tennisspielerin wie Andrea Petkovic sich für Literatur interessiert, ein Buch veröffentlicht und auch noch erzählen kann. Die im Band versammelten Erzählungen um "große Narrative" wie Glück, Unglück und Liebe hält er für nachdenklich, ja weise, aber auch witzig. Wie der Geist von Dostojewksi und Foster Wallace zusammengeht, der für Kleffmann durch das Buch weht, weiß allein der Rezensent. Über Empathie und Beobachtungsgabe der Autorin gerät der Rezensent regelrecht ins Schwärmen, nur ihre Neigung zum Superlativ teilt er nicht.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 08.10.2020
Rezensent Ijoma Mangold fährt mit Tennisstar Andrea Petkovic im Porsche durch Saarbrücken, um mit der literarischen Debütantin über Kindheit in Jugoslawien, Aufwachsen in Deutschland mit Migrationshintergrund, Ehrgeiz und Tennis zu plaudern. Damit sind auch die Themen ihres Erzählbandes umrissen, den Mangold im Aufmacher der Zeit-Buchmessenbeilage für seine "literarische Kraft" und "psychologische Rücksichtslosigkeit" preist. Wenn ihm Petkovic in ihren Erzählungen etwa schildert, wie sie Werke von Dostojewski, Tolstoi, Foster Wallace oder Bolano verschlungen hat, schmerzlos und radikal, möchte der Kritiker der Autorin lieber nicht auf dem Tennisplatz gegenüber stehen. Die Schattenseiten des Ehrgeizes, die Verzweiflung und Verletzungen, lernt Mangold in Petrovics Texten ebenfalls kennen.
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