'Aber das ist doch pädophil', meint der Verleger zu Beat, dem unglücklichen Helden dieser Erzählung, der nichts anderes möchte, als das Kind zu sehen, das er eine Zeitlang großzog. Auch die Mutter des Kindes wirft ihrem Ex-Freund vor, den Jungen zu sehr zu lieben: 'Das schadet meinem Sohn.' Der Psychologe hingegen hält Beat schlicht für einen Feigling, der sich seiner Pflicht entziehen will. Andreas Grosz erzählt eine ganz und gar heutige Geschichte. Beat und Jeannette, die sich beide ein Kind wünschten, waren sich nicht treu. Während Beat sich in Frank verliebt, hat Jeanette mit Spiros geschlafen. Bis zur Geburt bleibt ungewiss, wer der wirkliche Vater des Kindes ist. Der Lebemann Spiros möchte seine Vaterrolle lieber nicht annehmen, der 'falsche' Vater Beat schon.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.01.2014
Ganz ruhig scheint Beatrice Eichmann-Leutenegger der Modus dieses Erzählens. Dass der Autor dem Leser Zeit lässt, sich mit ihm auf eine emotionale Spurensuche in einer komplizierten Beziehungsgeschichte zwischen einer Frau, einem Mann und einem Kind zu begeben, hält sie für ein großes Verdienst. So kippt die Erzählung nicht ins Gefühlige. Lautlos ist das Drama, das sich entwickelt, als der nicht leibliche Vater Vatergefühle entwickelt. Immer auf der Hut vor Bedrohlichkeiten, genießt die Rezensentin die vibrierende Spannung des Textes, die Andreas Grosz, wie sie findet, mit großer Disziplin entwickelt.
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