Mit der "Stanser Rede für Dieter Zwicky" von Werner Morlang . Vor - im biografischen Sinn - unermesslich vielen Jahren hat Zwickys leiblicher
Vater eine konkrete Berufsofferte aus Argentinien ausgeschlagen und mit ihr
gleich einen gesamten Lebenskontinent für die Familie. Das Buchprojekt "Hihi"
weint dieser vertanen Chance offenkundig nicht nach; vielmehr lacht es über
die ausgekochte Unmöglichkeit, Südamerikanismen als Vaters Leben irgendwie
organisch eingewachsene Realitäten mehr als bloß ahnen zu können.
Hihi - Mein argentinischer Vater überträgt der Sprache das vielleicht unzumutbare
Geschäft, Ungelebtes darzustellen. Ein Vater, den es so nicht gibt, übersiedelt
nach Argentinien und überantwortet seinen Sohn, den es auch als Autor
nicht gibt, der gnadenlosen Freiheit, vom noch unerfundenen Leben in der
Pampa ("Prärie") einigermaßen ausführlich zu berichten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.12.2016
Martin Zingg staunt Lebkuchen angesichts von Dieter Zwickys Erzählfuror, zu begutachten in dieser Erzählung, in der es sozusagen nur probeweise um einen nach Argentinien ausgewanderten Vater geht, dessen vermeintliche Abenteuer von seinem Sohn memoriert werden. Hat alles gar nicht stattgefunden? Von wegen. Derart farbig lässt Zwicky der Imagination hier freien Lauf, dass Zingg ihm bald alles abzunehmen gewillt ist. Zumal das Schräge, die erzählerische Finte, das fantastische Spiel hier Programm sind, wie der Rezensent weiß. Temporeich, wunderbar unsystematisch und von einer Gestalt, von einem Ort zum anderen springend, lässt der Autor laut Zingg gar nicht erst die Erwartung zu, es mit einem herkömmlichen literarischen Text zu tun zu haben. Alles ist möglich in dieser Erzählung, meint Zingg, deren 2015 verstorbener Autor ihm im Anhang auf berührende Weise vorgestellt wird.
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