Zum einzigen Ergebnis weitergeleitet

Hamed Abboud

Der Tod backt einen Geburtstagskuchen

Texte
Cover: Der Tod backt einen Geburtstagskuchen
Edition Pudelundpinscher, Erstfeld 2017
ISBN 9783906061115
Broschiert, 152 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Zweisprachige Ausgabe, arabisch und deutsch. Aus dem Arabischen von Larissa Bender. Mit einem Nachwort von Stephan Milich, ins Arabische übersetzt von Mahmoud Hassanein. Hamed Abboud stammt aus Syrien. Aleppo, die Stadt, in der er studiert hat, liegt in Trümmern, viele seiner Freunde und Kollegen wurden getötet. "Der Tod hat viele neue Freunde gefunden", sagt Hamed Abboud. "Das muss der Tod feiern - und deshalb backt er einen Geburtstagskuchen." Mit seinen Texten schlägt Hamed Abboud eine Brücke zwischen Geburt und Tod, zwischen Krieg und Frieden, Leben und Sterben. Sarkastisch, humorvoll, komisch und tragisch zugleich erklärt, analysiert und abstrahiert er, erweitert die Realität metaphorisch um eine neue Dimension, um der Ungeheuerlichkeit des Tötens etwas entgegensetzen zu können. Warum bombardieren syrische Piloten ihre Landsleute? Es muss ein Spiel sein. Domino - oder eines dieser Computerspiele, bei denen es darum geht, maximal viele Bausteine gezielt auszulöschen. Die lyrischen Arbeiten von Hamed Abboud heben individuelle Kriegserfahrungen auf eine Ebene, die dieses Leben erträglich macht. Ein Leben, das für Abboud in den letzten Jahren von vielen neuen Erfahrungen geprägt war: Erfahrungen, die er in der Geschichte "Was wurde aus den Zugvögeln" beschreibt. Eine Geschichte, die eindrücklich aufzeigt, wie Menschen in Europa dazu beitragen können, das Leben Geflüchteter einfacher zu machen. Eine Art Glücksgeschichte - allem Unglück zum Trotz.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.05.2017

Hamed Abboud kurze Prosa zeugt laut Angela Schader von der lyrischen Begabung des Autors. Assoziativ, bildstark, mitunter fantastisch, meint sie, berichtet Abboud über seine Flucht aus Syrien nach Österreich. Dem Krieg in seiner Heimat, so Schader, setzt Abboud auch mal sarkastisch die "Totenruhe" des Exils entgegen, in dem sich der Autor längst als Übersetzer und Flüchtlingshelfer engagiert, wie die Rezensentin hinzufügt. Berührend und voll neuer Einblicke in ein kriegsgeschütteltes Land ist das Buch für Schader.