Das Studienbuch bietet eine systematische Einführung in die Bereiche, Methoden und Probleme des Fachs Theaterwissenschaft. Es versteht Theaterwissenschaft als eine zukunftsorientierte Wissenschaft, weil sie Interaktionen zwischen Menschen und Übergänge zwischen Lebensalltag und Schauereignissen erforscht. Der multifunktionale Ansatz klärt das Verhältnis von Theater zu Performances, Ritualen und Tanz. Schauspielkonzepte, Dramaturgien und die Inszenierung von Ereignissen rücken ins Zentrum, gleichgültig, ob für den Alltag, das institutionalisierte Theater oder für die audiovisuellen Medien produziert wird. Die Einführung wendet sich an Studierende der Theaterwissenschaft und alle diejenigen, die sich mit dem Phänomen Theater beschäftigen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.05.2006
Als instruktiv beurteilt Tobias Hoffmann diese Einführung in die Theaterwissenschaft, die Andreas Kotte, Inhaber des einzigen Schweizer Lehrstuhls für Theaterwissenschaft an der Universität Bern, vorgelegt hat. Er bescheinigt dem Autor einen weiten Blick auf das Theater und die Arbeitsgebiete und Problemfelder der Theaterwissenschaft. Kotte biete Anregungen für neue Ansätze zur wissenschaftlichen Bearbeitung der "unübersichtlich gewordenen Welt" des Theaters. Bemerkenswert erscheint dem Rezensent Kottes Ansatz, Überlegungen zu Theater und Theaterwissenschaft von konkreten Beispielen abzuleiten und auf einen aufwendigen theoretischen Unterbau zu verzichten. Er unterstreicht Kottes Grundgedanken, wonach der Begriff des Theaters zu dynamisch und vielschichtig ist, um für die Theoriebildung von großem Nutzen zu sein. "Das wahlweise Einengen und Ausdehnen des Begriffs, das zum unfruchtbaren wissenschaftlichen Hickhack verkommen kann", resümiert der Rezensent, "ist demnach Kottes Sache nicht."
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