Virag ist 11 und liebt es, mit ihrer Großmutter in Budapest zu telefonieren, die Fische in ihrem großen Aquarium zu beobachten oder von ihrem Vater, der gerade keine Arbeit hat, zur Schule gefahren zu werden. Doch seit einiger Zeit fühlen sich die Dinge um sie herum plötzlich anders an als sonst. Sie glitzern nicht mehr so. Manchmal fängt sogar alles an zu zittern. Dann hilft nur noch eins: sich ganz fest an die Schulter der besten Freundin klammern und am liebsten nie wieder loslassen. Virag weiß nicht, was mit ihr ist. Gerade wenn die Eltern Schwierigkeiten haben, sollten die Kinder doch nicht auch noch Probleme machen. Auch wenn die Ärztin in der Kinderpsychiatrie sagt, dass es eigentlich umgekehrt sein sollte...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2010
Ein elfjähriges Mädchen, dem die Welt aus den Fugen gerät. Wird sie wieder ganz, wenn es nur genug brüllt? Und ist das normal? Die Art und Weise, wie sich Andreas Schendel in seinem Jugendroman dieser Fragen annimmt, hat Rezensentin Elena Geus beeindruckt. Für sie nimmt sich der Autor damit eines aktuellen Themas an: der steigenden Zahl psychosomatischer Erkrankungen unter Kindern und Jugendlichen. Glücklich ist das Resultat laut Geus vor allem deshalb, weil Schendel keine Fallstudie vorlegt, sondern eine aus Sicht des Mädchens geschilderte persönliche und doch objektive Zustandsbeschreibung einer Lebenskrise. Dass der Autor dabei Verständnis, Zuversicht und Glaubhaftigkeit erkennen lässt, macht das Buch für die Rezensentin so wertvoll.
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