Benjamin Maack

Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein

Gelesen von Oskar Ketelhut (1mp3-CD)
Cover: Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein
Audiolino, Hamburg 2022
ISBN 9783867374019
Gebunden, 19,90 EUR

Klappentext

246 Minuten Laufzeit. Gelesen von Oskar Ketelhut. "Bin ich jetzt ein Leben müde?", fragt Benjamin Maack, als er mit seinem großen schwarzen Rollkoffer vor der Psychiatrie steht. Vier Jahre zuvor hatte er sich schon einmal eingewiesen, nach einem Nervenzusammenbruch - die Diagnose: Depression. Jetzt ist er wieder hier und berichtet von den letzten Nächten, die er nicht mehr im Ehebett, sondern auf dem Sofa verbringt, schlaflos, nervös, in Panik. Und dem Alltag in der Klinik, wie er mit den Mitpatienten "Alarm für Cobra 11" schaut oder im großen Aufenthaltsraum "Delfine im Mondlicht" puzzelt. Wie ihm statt Frau und Kindern die Pfleger zum 40. Geburtstag gratulieren und wie er in der Kreativwerkstatt lernt, zu sticken. Er erzählt von Medikamenten, ihren Nebenwirkungen, von Selbstmordgedanken und jenem Abend, an dem auch starke Beruhigungsmittel nicht mehr helfen und er auf "die Geschlossene hinter der Geschlossenen" verlegt wird - ständig schwankend zwischen Hoffnung und tiefer Verzweiflung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2023

Sehr behutsam geht Oskar Ketelhut mit dem Erfahrungsbericht von Benjamin Maack um, findet Rezensent Alexander Kosenina. Genau das sei für das Hörbuch auch nötig gewesen, findet er, denn die Geschichte einer klinischen Depression, die Zweifel an den eigenen Wahrnehmungen, der Aufenthalt in der Psychiatrie und die Höhen und Tiefen der Therapie, seien eine "ziemlich starke Dröhnung". Es muss für den Schauspieler eine große Herausforderung gewesen sein, ist aus der Rezension herauszulesen, den faktischen Verlauf der Krankheit und die Wahrnehmung des Kranken nachvollziehbar zu machen - weil der bestürzte, verstörte und mitleidige Hörer Maack als einen Arglosen kennenlernt. Wie Ketelhut das "berichtende und gestaltende Ich" interpretiert und dabei nicht nur das Paradoxe, sondern zuweilen auch Komische zu transportieren versteht, quittiert der Rezensent mit großem Respekt.
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