Aus dem Dänischen von Christel Hildebrandt. Einen Film kann man lieben - und wie! Der 19-jährige Ich-Erzähler dieses Buches zum Beispiel ist völlig vernarrt in das Video "Herz ist Trumpf", das er täglich so oft wir nur möglich sehen möchte. Die Filmheldin Linda und ihre Geschichte bedeuten ihm mehr als alles andere. Ob das "normal" ist oder nicht, kümmert ihn wenig. Genauso gut könnte man den Psychologen für nicht normal halten, der so wild auf anderer Leute Träume ist, oder die dummen Aufpasser. Eines Tages erfährt der Held dieses Buches, dass Linda ja in Wirklichkeit von einer Frau gespielt wurde und dass die Ulla Vilstrup heißt. Jetzt gibt es kein Halten mehr: Gemeinsam mit seinem Freund, dem starken Willy, bricht er aus der Klinik aus und fragt sich quer durch die Welt da draußen, bis er seiner großen Liebe begegnet.
Reinhard Osteroth lobt den Autor für seine Entscheidung für einen Ich-Erzähler, denn dadurch könne sich der Leser in die Lage des Protagonisten versetzen und die vertraute Welt mit ganz anderen Augen sehen. Der Rezensent hält dies für das "eigentliche Abenteuer" der Erzählung, auch wenn sonst schon genug passiert. Stück für Stück werde das Leben des 19-jährigen, psychisch kranken Jungen entfaltet, und, preist der Rezensent begeistert, dieser "Flug über das "Kuckucksnest" hat Tempo, Rhythmus, straft alle Vorurteile gegen das Sujet Lügen."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.06.2000
Für diese Geschichte von einem "dänischen Forrest Gump" würde Siggi Seuss alle anderen Bücher beiseite legen. Restlos begeistert erzählt der Rezensent in Kurzform die Geschichte von einem Jungen, der seiner grausamen Mutter mit einer Bratpfanne auf den Kopf gehauen hat und nun - in einer psychiatrischen Anstalt - mit einem Kitschfilm über eine im Leben gescheiterte Frau Trost sucht. Schließlich will er die Darstellerin der Filmheldin "Linda" kennen lernen, und wie er das bewerkstelligt und wozu dieses Ansinnen führt, gehört für Seuss zu den "Leseereignissen" schlechthin. Seuss betont dabei die liebevolle, "zu Tränen" rührende Behandlung der Figuren durch den Autor und lobt den "lakonischen Witz und Situationskomik", mit der Aakeson dem ganz normalen Wahnsinn auf die Schliche kommt.
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