1973 brachen ein paar Jugendliche aus der Schweiz Richtung Provence auf, um dort einen Traum zu verwirklichen: Auf 270 Hektar Wald- und Ackerland gründeten sie zusammen mit anderen die Landkooperative Longo maï und fanden zu neuen Lebens- und Arbeitsformen. 2013 existiert Longo maï noch immer. 200 Menschen leben basisdemokratisch in mehreren Kooperativen zusammen, u. a. in der Schweiz, Südfrankreich, Kärnten und Norddeutschland. Es eint sie der Wille, den bestehenden gesellschaftlichen Verhältnissen zu trotzen und ein alternatives Modell jenseits des Kapitalismus zu leben.
Tief beeindruckt ist Rudolf Walther von diesem Buch und der darin vom Schweizer Historiker Andreas Schwab beschriebenen Geschichte der sozial engagierten Landkooperative Longo maï. Dass das 1973 initiierte Projekt trotz jeder Menge Schwierigkeiten, etwa der Verunglimpfung als Sekte, noch immer besteht und funktioniert, findet Walther erstaunlich. Die im Band dokumentierten Begegnungen mit Mitgliedern der ersten Stunde, Schwabs Erläuterungen zur Funktionsweise der durch eine Stiftung finanzierten Koooperative und seine geschichtlichen Einblicke bieten Walther ein umfassendes Bild. Am Ende ist er der Meinung, dass es sich bei Longo maï zwar mitnichten um eine Alternative zum Kapitalismus handelt, aber doch um ein anderes Arbeiten und Zusammenleben, ein bedenkenswertes zumal.
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