Aus dem Russischen von Dorothea Trottenberg. Kostja kommt entstellt aus Tschetschenien zurück, bei einem Raketenangriff wurde sein Gesicht bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. In Moskau vergräbt er sich, säuft Wodka und zeichnet. Nur seine Nachbarin holt ihn gelegentlich aus seinem Kokon: Er soll ihrem Sohn Angst einjagen, wenn der mal wieder nicht ins Bett will. Eines Tages tauchen zwei ehemalige Kameraden bei ihm auf, sie suchen Sergej, der sie aus dem brennenden Panzer gezogen hat. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Odyssee durch ein Land, dessen Menschen vom vergessenen Krieg im Kaukasus traumatisiert sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.10.2011
Urs Heftrich begrüßt sehr, dass mit "Durst" nun endlich ein Buch des sibirischen Autors und Theaterregisseurs Andrej Gelassimow auf Deutsch vorliegt, zumal er Dorothea Trottenbergs Übersetzung auch sehr stilsicher findet. Und das dürfte kein leichtes Unterfangen gewesen sein angesichts der derben Sprache, derer sich Gelassimow bedient. Er erzählt die Geschichte des Tschetschenienveteranen Kostja, der bei einem Raketenangriff so verunstaltet wurde, dass er zum Kinderschreck und Säufer geworden ist. Heftrich sieht hier sehr reflektiert von der Verrohung erzählt, die Militär, Alkohol und brutale Vaterfiguren bei der russischen Gesellschaft hinterlassen hat.
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