Aus dem Amerikanischen von Uda Strätling. Auf einer Insel im Südpazifik trifft sich 1965 eine Gruppe kalifornischer Astronomen, um einen Kometen zu beobachten. Das Gestirn streicht vorbei, aber ein Junge stirbt - ein Erlebnis, das sie nicht mehr loslassen wird. Von nun an treffen sie sich alle sechs Jahre, um den Kometen zu beobachten und ihr Leben neu zu vermessen.Der Roman beschreibt das nomadische Zuhause, das wir uns durch Freundschaften schaffen, er evoziert die Sehnsucht, mit der wir an ihnen bauen. Das Mobile der Figuren dreht sich in der Zugluft ihrer Biografien...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.03.2004
"Beglückt" hat Tilman Urbach den Debütroman des amerikanischen Jungautors Andrew Sean Greer nach Lektüre beiseite gelegt. "Die Nacht des Lichts" sei ein Roman, aus dem Lebensweisheit spreche, bekennt Urbach geläutert. Greer entfaltet über Jahrzehnte ein großes Panorama, so der Rezensent, das vom Leben einer kleinen kalifornischen Wissenschaftlergemeinschaft berichtet - vornehmlich Astronomen -, die sich später in alle Welt verstreut. Seine Figuren betrachtet Greer selber mit dem strengen Blick eines Wissenschaftlers, meint Urbach. Seine Charakterisierungen sind genau, nie grell, seine Charaktere selbst Dahintreibende, dem Leben ungeschützt gegenüberstehende Intellektuelle, die in ein Muster von Fehlentscheidungen, Missverständnissen, aufflackernden und schnell wieder verglühenden Leidenschaften eingebunden seien. "Dass wir uns damit nicht abfinden können", mit diesem Zustand gegenseitigen Zweifels und Misstrauens, ist für Urbach die eigentliche Botschaft des Romans. Bewundernswert findet er, wie genau der Autor die Puzzleteile dieses Seelenlabyrinths gebaut und zusammengefügt hat.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 29.11.2003
Andrew Sean Greers "schöner, reifer und durchweg melancholisch verhangener Debütroman" hat Rezensent Gerrit Bartels außerordentlich gut gefallen. Greers verfolgt darin das Leben einer Gruppe von jungen, aufstrebenden Astronomen von den sechziger bis in die neunziger Jahre, schildert ihre Beziehungen, Zweifel, Verwerfungen und persönlichen Niederlagen. Es geht um die großen Themen Liebe und Leben auf der einen Seite und die existenzielle Erfahrung des Todes und der Macht der Zeit auf der anderen. Da besteht, so Bartels, natürlich die Gefahr, dass man sich, gerade als junger Autor, verhebt und ins Triviale abgleitet. Doch derlei Bedenken erweisen sich zur Freude des Rezensenten als unbegründet. Greer verstehe es, seinen großen Stoff "souverän" zu gestalten und "unpeinlich" aufzubereiten. Beeindruckt haben Bartels dabei nicht nur das hohe Tempo, das Greer vorlegt, sondern auch, wie er "locker" und "ohne groß die Bedeutungskeule zu schwingen" seinen Beziehungsreigen aufspannt.
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