Europas Auffassung von Japan ist von Klischees bestimmt, dem Japan der Tempel, der Kirschblüten, der Samurai und Geisha, des Zen. Das verklärende Bild hat mit dem gegenwärtigen Japan weniger zu tun als mit der Vorstellung des Westens von dieser scheinbar so ganz anderen Kultur. Der Fotograf Andri Pol hat die Inselkette über Jahre bereist und Bilder gesammelt, die den bekannten Japan-Ansichten die mildernden Umstände entziehen. Fasziniert und irritiert sucht Pol die japanische Realität hinter der westlichen Projektion. Und natürlich stößt auch er auf Kirschblüten und Teezeremonien, doch vor allem entdeckt er Menschen, die gelernt haben, mit Ambivalenzen zu leben, und Meister sind in der nüchternen Profanierung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.07.2010
Besonders an diesem Fotoband des Reportagefotografen Andri Pol findet Nadine Barth bei weitem nicht nur das rosa Papier. Es ist vor allem die Rasanz, mit der das Buch den Betrachter Bild auf Bild mitreißt in eine unwirkliche Gegend namens Japan. Barth sieht dabei durchaus Konkretes: Menschen und Orte, mit einem Gefühl für Zwischentöne festgehalten von Pol als Teil ihrer Umgebung, wie Barth feststellt. Bilder von japanischen Obdachlosen oder die Closeups der Yakuza überraschen die Rezensentin wiederum durch pure Intensität.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…