Aus dem Englischen von Wibke Kuhn Mit einem Vorwort von Julian Barnes. Das Debüt der Booker-Preisträgerin erstmals auf Deutsch.
Dr. Ruth Weiss ist schön, intelligent - und einsam. Bei Balzacs Heldinnen sucht sie Antworten auf die Fragen des Lebens und der Liebe und sinnt darüber nach, wo in ihrer Kindheit und Jugend die Ursachen für ihre einzelgängerische Existenz liegen. Dabei schien doch anfangs alles so hoffnungsvoll, als sie als junge Frau in Paris ein neues Leben begann …
Angela Steidele freut sich, dass der kleine Münchner Eisele Verlag die britische Autorin Anita Brookner aus der Versenkung geholt hat und mit dem "Start ins Leben" erstmals auch ihren Debütroman ins Deutsche übersetzen ließ. Brookner erzählt darin von einer Literaturwissenschaftlerin um die vierzig, die erst spät erkennt, wie lange sie die Literatur mit dem Leben verwechselte. Steidele sieht in Brookners um die britische Mittelklasse, den Literaturbetrieb und das intellektuelle Milieu kreisendem Werk deutliche Anklänge an Balzacs Comédie humaine, nicht zuletzt da Brookner in den Folgejahren ebenfalls recht viel und schnell produzierte. Dass dem Verlag dies nicht aufgegangen ist und er auch der Übersetzung einige Missgeschicke hat durchgehen lassen, moniert die Rezensentin, es nimmt ihr aber nicht das Vergnügen an der Lektüre.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.09.2018
Rezensentin Silvia Staude hat sich sehr darüber gefreut, dass Anita Brookners erster Roman von 1981 nun ins Deutsche übersetzt wurde. Hier rekapituliert die Hauptfigur, die erfolgreiche Literaturwissenschaftlerin Dr. Weiss, ihr Leben, so Staude. Auf der einen Seite sei es nach wie vor geprägt von einer engen, aber dennoch schwierigen Beziehung zu ihren "kapriziösen" Eltern, auf der anderen hadere sie damit, sich hauptsächlich der Literatur und der Lehre verschrieben zu haben. Erfrischend "scharfäugig und unsentimental" findet die Rezensentin Dr. Weiss' Blick auf das eigene Leben.
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