Anja Gmeinwieser

Wir Königinnen

Roman
Cover: Wir Königinnen
Berlin Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783827015280
Gebunden, 224 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Eine Frau wandert durch die piemonteser Alpen, ihre kreisenden Gedanken finden keine Ruhe. Da kreuzt die pragmatische Lkw-Fahrerin Anna mit einer Ladung trächtiger Kühe ihren Weg. Aus einem spontanen "Ich fahre mit" wird eine gemeinsame Reise Richtung Türkei. Zwischen Staub und Hitze ringen die ungleichen Frauen um Verständigung: Ihre Gespräche, unterstützt von einem zuweilen halluzinierenden Handy-Übersetzer, entdecken die Poesie im Alltäglichen. Anna jongliert Mutterrolle und Beruf, während ihre schweigsame Begleiterin sich in Zweifeln verliert. Ein Tag am See bringt kurzzeitige Harmonie, doch der Tod eines Rindes wirft Schatten voraus. An der EU-Außengrenze, wo Kühe und Träume stranden, mündet ihre Odyssee schließlich in einen Akt der Befreiung."Dieser Roman ist eine rauschhafte Fahrt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.03.2026

Rezensentin Marie Schmidt freut sich besonders über die Debüts einer Saison - vor allem wenn sie so vielversprechend sind wie in diesem Frühjahr. Existenziell und sehr körperlich geht es da zu, die Debütantinnen spielen mit den Genres und Formen und lassen die Gegenwart im Hintergrund anklingen, bemerkt die Kritikerin. Etwa Anja Gmeinwieser, deren Erzählerin ihrem Leben in die Berge entflieht, eine Frau kennenlernt, die einen Schwertransporter mit Kühen in die Türkei fährt, mit der sie nur über Übersetzungsapp kommunizieren kann, bald aber eine Liebesaffäre mit dieser eingeht. Dass die Kritikerin dabei manches aus dem Kontext erschließen muss, stört sie angesichts der "wummernden" Sätze nicht.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 03.03.2026

Mit großem Vergnügen folgt Christoph Schröder den Protagonistinnen dieses bereits ausgezeichneten Debütromans auf ihrer Reise quer durch Europa. Bevor er jedoch einsteigt, trifft er gemeinsam mit der namenlosen, reisenden Ich-Erzählerin, die sich in einem italienischen Dorf verlaufen hat, auf die Fernfahrerin Anna. Sie muss eine Herde Kühe in die Türkei bringen, was der Ich-Erzählerin die spontane Gelegenheit bietet, mitzufahren, fasst der Kritiker zusammen. Daraus entwickelt sich nicht nur ein "Road Novel" über Freundschaft, sondern auch ein Text über Klassenunterschiede mit äußerst gut geschriebenen Dialogen, hebt Schröder hervor. In bemerkenswerter Verdichtung werden biografische Erfahrungen mit gesellschaftlichen Strukturproblemen kombiniert, wenn die, wie sich herausstellt, als Lehrerin arbeitende Ich-Erzählerin vom Leben Annas als dauerreisende Fahrerin innerhalb eines perfiden Systems erfährt, lobt der Kritiker diesen lesenswerten, von Moralpredigt befreiten Roman.
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