Goethes Erfolgsroman "Die Leiden des jungen Werthers" war wiederholt Gegenstand der Arbeit des Berliner Kupferstechers Daniel Nikolaus Chodowiecki. Im Auftrag verschiedener Verleger schuf er eine Bühne für zentrale Ereignisse des Romans und gab Werther und Lotte ein Gesicht. Als Buchbeigaben flankierten seine Darstellungen den vor allem als Raubdruck verbreiteten Text und avancierten zu seinen bekanntesten Kupfern. Die Autorin befragt das Verhältnis der scheinbar rein dekorativen Buchillustration zum literarischen Text neu und zeigt durch eine Verortung der Kupfer vor dem Hintergrund verschiedener Darstellungs- und Ausdruckstheorien der Aufklärung, wie die Bilder ihre eigene Medialität reflektieren und die Forderungen nach der Transparenz ihrer Darstellung unterlaufen. Damit öffnet die Studie einen neuen Zugang zur Buchgrafik, da sie auf die Eigenlogik dieser Bilder abhebt: Sie aktivieren unkontrolliert die Imaginationskraft, wodurch sich die Betrachtenden ein eigenes Bild des Erzählten machen können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.2019
Alexander Kosenina erkennt in dem Buch von Anna Christina Schütz einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Buchkunst. Dass der Kupferstich sich als ein eigenes, die Literatur bereicherndes Medium verstehen lässt, vermittelt ihm die Autorin anhand der Illustrationen Daniel Chodowieckis zu Goethes "Werther". Für Kosenina leistet die "erste gründliche Monografie" zu Chodowieckis Werk bisweilen in Sachen Forschungsresümees zur Ausdrucksästhetik sogar zu viel. Insgesamt umsichtig findet der Rezensent jedoch, wie die Autorin die Kupferkunst vor dem Ruf der bloßen Unterhaltungskunst in Schutz nimmt.
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