Jürgen Holstein (Hg.)

Buchumschläge in der Weimarer Republik

The Book Cover in the Weimar Republic
Cover: Buchumschläge in der Weimarer Republik
Taschen Verlag, Köln 2015
ISBN 9783836549806
Gebunden, 440 Seiten, 49,99 EUR

Klappentext

Zweisprachig Deutsch-Englisch. Befreit vom Muff des Kaiserreiches und preußischem Kadavergehorsam erlebte das geistige und kulturelle Leben in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg eine nie gekannte Blüte. Ein neues Lebensgefühl, die Lust am Experimentieren, der Geist der Moderne hat Einzug gehalten, und das schlägt sich auch auf den Buchcovern dieser Epoche nieder, sei es auf John Heartfields legendären Buchumschlägen für den Malik-Verlag und anderen oder in Georg Salters weltberühmtem Coverdesign für Döblins "Berlin Alexanderplatz". Der Sammler, Antiquar und Verleger Jürgen Holstein hat diese Titel zusammengetragen und in "Blickfang", einem vom Feuilleton als kulturhistorische Pioniertat gefeierten und leider rasch vergriffenen Privatdruck, erstmals vorgestellt - diese zweite Chance nun sollte man sich nicht entgehen lassen.
"Buchumschläge der Weimarer Republik" zeigt 1.000 der eindrucksvollsten Beispiele des Coverdesigns aus den Jahren der Weimarer Republik. Essays beleuchten die kulturellen Hintergründe dieser einzigartigen Ära der Innovation und des künstlerischen Wagemutes, in der ein besseres Deutschland möglich schien und die mit Wirtschaftskrise und dem Aufkommen des Nationalsozialismus ihr klägliches Ende fand.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2015

Alexander Kosenina ist außer sich vor Glück über den vom Sammler Jürgen Holstein herausgegebenen Band mit Abbildungen von Buchumschlägen aus der Weimarer Republik. Was Kosenina nicht alles zu sehen bekommt: Rund 1000 Einbände aus der Zeit zwischen 1919 und 1933, zweisprachig, opulent und großformatig dargeboten, jubelt der Rezensent, mit Register und Informationen zu Verlegern und Techniken. Darunter entdeckt er Raritäten und von der Zensur Beschnittenes, Anregungen für Gestalter mit neusachlichem oder dadaistischem Einschlag, humorvoll oder plakativ drastisch. Ein Fest für Bibliophile und ein wichtiger Beitrag zur Kunstgeschichte, meint er.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 01.08.2015

Marc Reichwein freut sich über diese "Taschen"-Version eines bereits 2005 im Selbstverlag von Jürgen Holstein publizierten Buches, pardon "Prachtbandes", wie Reichwein schreibt. Was der Buchantiquar sehr subjektiv und für den Rezensenten dennoch faszinierend hier an Beispielen der Cover-Kunst zusammengetragen hat, ist für Reichwein Lese-, Bilderbuch und Nachschlagewerk in einem. Die Jahre 1919 bis 1933 deckt der Band ab, erfahren wir, eine widersprüchliche Vielfalt zwischen Disharmonie und Expansionswut, schreibt Reichwein. Wie frisch die Bucheinbandgestaltung der Weimarer Republik war, wird ihm hier eindrucksvoll vor Augen geführt.

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