Anna Katharina Fröhlich

Die Yacht

Eine Sommernovelle
Cover: Die Yacht
Friedenauer Presse, Berlin 2024
ISBN 9783751880121
Gebunden, 164 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Martha Oberons Sommernachtstraum soll mehr als eine Nacht währen: Drei Monate will die junge Zeichnerin aus London in der italienischen Stadt N. verbringen, um an der Akademie der Schönen Künste das Malen in Öl zu lernen. Eines Abends trifft sie auf Salvatore Spinelli, einen ungreifbaren Luftgeist und Nachkommen jener wunderbaren Familie der Taugenichtse, die zu leben verstehen und viel Zeit für das Lesen und Schauen haben. Er nimmt Martha mit auf eine Reise nach Sizilien, wo beide nahe Palermo in das Getriebe des mondänen Haushalts ihrer französischen Gastgeber Madame und Monsieur Tabarin geraten. Sie eine "Luxusasketin", er ein Gentleman von gelassener Vornehmheit, der dunklen Geschäften nachgeht. Der Geist des Geldes umweht die Sommervilla, und unten in der Bucht ankert ihre Yacht, die Devil's Kiss, gehütet von dem Butler Balthasar - ein Mann von  bösem Zauber, der Martha auf fatale Weise anzieht. Im Atelier von Mrs. Moore, nicht weit von den Tabarins, steht Martha Modell und erlernt das Malen mit Ölfarben. Es öffnen sich ihr die Türen zum Geheimnis einer Kunst, die abseits vom Zeitgeist in jenes Paradies zu führen scheint, in dem wir uns alle schon befinden, es aber nicht wissen wollen. Anna Katharina Fröhlich führt uns nicht nur in die absurde Welt der Tabarins, sondern auch in das psychische Universum von Menschen, die Platon als "gefährliche Künstler" bezeichnet hätte.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.08.2024

Dass Anna Katharina Fröhlichs neue Sommernovelle in ihrer "adjektivsatten, leicht parfümierten" Sprache mehr Stimmung als abgeschlossene Story hat, stört Rezensentin Shirin Sojitrawalla nicht, das Buch überzeugt sie auch so: Im Zentrum steht Martha, die auf Sizilien auf die Yacht eines überreichen Ehepaars eingeladen wird. Ein Paralleluniversum, auf das schon der von Shakespeare entlehnte Nachname Oberon hinweist, betont Sojitrawalla. Die Erzählung wendet sich mit ihrer üppigen Sprache von aktuelle Erzähltrends ab, ist aber höchst lebendig, wie die Kritikerin  versichert.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 27.06.2024

Fast barockhaft findet Rezensent Adam Soboczynski die schmuckhafte Sprache in Anna Katharina Fröhlichs Novelle um die Protagonistin Martha, die in Italien einen Malkurs besucht. Sie trifft dort auf den in ärmlichen Umständen lebenden, aber sehr klugen Spinelli, mit dem sie nach Sizilien reist und für Sobobczynski fast opernhaft dramatische Dinge zwischen Liebe, Erotik und Verrat erlebt. Der "fröhliche Überschwang" ist seines Erachtens, wenn auch vielleicht nicht unbedingt zeitgemäß, so doch große Kunst.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 18.04.2024

Einer Welt jenseits des Diktats der Leistungsgesellschaft verschreibt sich laut Rezensent Cornelius Wüllenkemper Anna Katharina Fröhlichs Novelle. Erzählt wird von Martha, einer Kunstgeschichtsstudentin, die Spinelli kennenlernt, einen lebensfrohen Arbeitslosen, und sich gemeinsam mit ihm durch Italien treiben lässt. Ebenso wie Martha und Spinelli ergibt sich auch die Autorin selbst nicht den Zwängen der Selbstoptimierung, erfahren wir, vielmehr blickt sie entspannt und neugierig auf die Welt in all ihren Farben und Formen. Proust und Wilde stehen Pate für diese Art des Schreibens, so Wüllenkemper, der sich außerdem an Fröhlichs Sinn für Komik erfreut. Die Novelle mag die weniger angenehmen Seiten eines prekären Lebensstils ausblenden, gesteht der Rezensent ein, aber dafür beglückt sie ihn als leichtfüßige Feier eines dionysischen, dem Traum und dem Genuss zugewandten Lebensmodells.

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