Mit Texten Julia Franck, Eliyah Havemann und Johannes Honigmann. Als Künstler, Schriftsteller und Dissidenten zusammen mit ihren Familien in den 70er- und 80er-Jahren die DDR verlassen mussten, blieb vieles zurück: vertraute Gesichter, vertraute Orte, ganze Familiengeschichten. Zum ersten Mal ergreifen hier die Kinder von damals das Wort und sprechen über den "Systemwechsel der Seele". Es sind Erinnerungen von Glück oder Unglück, von Befreiung oder Unsicherheit, von geschärfter Sensibilität oder Verweigerung vor allem aber erzählen die jungen Frauen und Männer jetzt ihre Geschichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 13.03.2012
In "Ein Spaziergang war es nicht" haben verschiedene Autoren, die alle als Kinder die DDR verlassen haben (und mussten), ihre Erfahrungen verarbeitet, berichtet Cornelia Geißler und ist bewegt von ihren Geschichten. Viele der Autorennamen sind der Rezensentin gut bekannt, es sind die Kinder von Musikern, Schriftstellern, Filmemachern. Die Eltern mussten damals selbst irgendwie zurechtkommen, weiß Geißler. Der Bruch, den der Fortzug für die Kinder bedeutet hat, war ihnen selten bewusst. Die Rezensentin ist in dem Buch auf ganz unterschiedliche Gemüter gestoßen. Manche Berichte fand sie emotional, manche distanziert oder trotzig. Alle haben ihr gezeigt, "wie die deutsche Teilung bis ins Privateste hineinwirkte".
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