Mit 21 Schwarzweiß- und vier Vierfarbabbildungen. Die Übernahme der deutschen Gebiete östlich der Oder-Neiße-Grenze durch Polen war ein schwieriger Prozess der Neubesiedlung und Inbesitznahme einer vom Krieg stark zerstörten Region. Die Bezeichnung "Polens Wilder Westen" stand damals für das herrschende Chaos und das im Oderraum geltende "Recht des Stärkeren". Das Zusammenkommen von polnischen Zwangsarbeitern, Neusiedlern und Vertriebenen aus anderen Teilen Polens mit deutschen Einwohnern und Flüchtlingen bewirkt eine vorübergehende Begegnung von Deutschen, Polen und Angehörigen der Sowjetarmee. Deren Zusammenleben auf oft engem Raum war kompliziert. Doch in diesem östlichen "Wilden Westen" gab es auch neue Freiheiten und die Möglichkeit, etwas von Grund auf Neues zu schaffen. Jenseits der bislang dominierenden Meistererzählungen - dem deutschen Vertriebenendiskurs und der polnischen Rede von den "Wiedergewonnenen Gebieten" - schildert Beata Halicka die Geschichte vom Untergang einer alten und der Bildung einer neuen Grenzlandschaft - auch aus der Sicht zahlreicher Betroffener.
Beata Halickas Buch über die unmittelbare Nachkriegszeit in den ehemals deutschen Ostgebieten hat Stephan Scholz überzeugt. Im Mittelpunkt sieht er die Polonisierung und den Aufbau einer neuen Gesellschaft in einem von Deutschen verlassenen Land nach dem Zweiten Weltkrieg. Deutlich werden für ihn die Schwierigkeiten und Enttäuschungen der polnischen Neusiedler bei der materiellen wie kulturellen Aneignung des Raums. Er bescheinigt der Autorin, die Perspektive, die bis heute von der eher einseitigen Sicht der deutschen Vertriebenen geprägt wird, zu weiten, ohne das Leid der Vertreibung zu bagatellisieren. Sein Fazit: ein fundiert recherchiertes Werk, "das die historische Wahrnehmung wesentlich zu erweitern hilft".
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