Aus dem Englischen von Tobias Gabel. 1429 gelang es Jeanne d'Arc, den englischen Belagerungsring um Orléans, dem Schlüssel zu Südfrankreich, zu sprengen. Damit begann die Wende im Hundertjährigen Krieg (1337-1453), in dem zeitweise halb Frankreich von den Engländern besetzt war. Nach dem Tod Karls IV. erhob der englische König Ansprüche auf den französischen Thron. Dies führte zu dem dramatischsten kriegerischen Großereignis des Spätmittelalters. Anne Curry gelingt es, die wechselvollen Auseinandersetzungen zwischen dem Haus Valois, den englischen Königen und den verbündeten Burgundern sowie den Bürgerkrieg zwischen den Armagnacs und Bourguignons klar und verständlich nachzuzeichnen. Gleichzeitig macht sie deutlich, wie sich die Kriegsführung über die Jahre veränderte: die Infanterie wurde immer wichtiger, während Ritter an Bedeutung verloren, das Schießpulver kam mehr und mehr auf und gab dem Krieg ein neues Gesicht. Und auch die Menschen, die in den Krieg verwickelt waren, veränderten sich mit jeder neuen Generation.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.05.2013
Luzide, kompakt, dicht, aber dennoch anschaulich findet Thomas Speckmann die Studie der in Southampton lehrenden Historikerin Anne Curry zum Dreißigjährigen Krieg. Die Autorin vermag laut Speckmann zu zeigen, wie sich die englische und die französische Kriegsführung im Laufe der Zeit veränderten, und dass es sich um einen Krieg handelte, der sich in weiten Teilen in einem zivilen Kontext abspielte, um Raubzüge (gesetzloser Banden) mit Pferden etwa. Curry erläutert dem Rezensente zufolge Einflüsse wie die Erfindung des Schießpulvers genauso wie die Kommunikationsbedingungen, unter denen der Krieg stattfand.
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