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Gerd Krumeich

Jeanne d'Arc

Seherin, Kriegerin, Heilige
Cover: Jeanne d'Arc
C.H. Beck Verlag, München 2021
ISBN 9783406765421
Gebunden, 399 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Ein junges Mädchen von bäuerlicher Herkunft hat Visionen und steht plötzlich an der Spitze eines Heeres, besiegt Engländer und Burgunder und geleitet den Dauphin zur Königssalbung in Reims. Doch wenig später wird sie gefangengenommen und nach einem Schauprozess mit nur 19 Jahren verbrannt. Viel ist über die Jungfrau von Orléans geschrieben und gedichtet worden - und doch bietet Gerd Krumeich einen überraschend neuen Blick auf die französische Nationalheldin. Auf der Grundlage eines breiten Quellenstudiums zeigt er an ihr paradigmatisch, wie sich ein noch vormodernes "Ich" gegen mächtige Institutionen wie die Kirche behauptet und auf einer individuellen Beziehung zu Gott beharrt. In dieser Religiosität der freien Entscheidung liegt ein Schlüssel zum Verständnis der Jungfrau, ein anderer in ihrer "proto-nationalen" Überzeugung, dass die Engländer in Frankreich nichts verloren haben.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 13.02.2021

Rezensentin Wolf Lepenies staunt über die Souveränität und den Elan von Gerd Krumeichs Biografie der sagenhaften Jeanne d'Arc. Angetreten, das "Bauernmädchen" von ihren ideologischen und politischen Vereinnahmungen zu befreien, breitet der Autor ihr Leben mit viel Sympathie vor dem Rezensenten aus, ihren Gottglauben, ihren Triumph, ihr Scheitern und ihren Prozess. Krumeichs quellenkritische Genauigkeit und Urteilskraft findet der Rezensent bewundernswert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.2021

Rezensent Steffen Patzold glaubt, dass Gerd Krumeich mit seiner Biografie über Jeanne d'Arc nur "Arbeit am Mythos" betreibt, betreiben kann. Wie Krumeich sich dem kämpferischen Bauernmädchen mit dem exaltierten Glauben nähert, nämlich nicht aus der Perspektive eines Mittelalterhistorikers, sondern rein mit gesundem Menschenverstand und Sympathie, gefällt Patzold zwar, am Ende aber muss er erkennen, dass der Autor eben doch nur die vorliegenden Prozessprotokolle aus heutiger Sicht interpretieren kann. Verstanden nicht als akademische Studie, sondern als gut lesbare, plastische Lebenserzählung, die auch Briefe und andere Zeugnisse heranzieht, bietet der Band laut Pathold aber durchaus spannende Lektüre.
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