Grüne und Nazis unter einem Dach? Die "Ganzheitstheorie", ein spannendes Kapitel deutscher Kulturgeschichte. Anschaulich verbindet die Autorin ihre Analyse großer wissenschaftlicher Auseinandersetzungen mit den Biografien der hauptsächlichen Protagonisten der Ganzheitslehre und der Geschichte ihrer Forschungsinstitute.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.05.2002
Es steht ein hübscher wenn auch nicht sofort verständlicher Satz in der Rezension: "Anne Harrington geht es um zeitgenössische Versuche der Naturwissenschaftler, die Übersummenhaftigkeit der Lebenserscheinungen in ihren Forschungsfeldern nachzuweisen." Damit nimmt Hans-Jörg Rheinberger Bezug, so vermuten wir, auf den anfangs zitierten Satz eines Wissenschaftlers, das Ganze sei mehr als die Summe seiner Teile. Banale Erkenntnis, denken Sie jetzt vielleicht, aber keineswegs allgemein akzeptiert, erfahren wir von Rheinberger, schon gar nicht in den Naturwissenschaften des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, als man ein eher mechanistisches oder darwinistisches Weltbild pflegte. Aber es gab Wissenschaftler, die ausscherten, und es sei das Anliegen von Harrington, meint Rheinberger, solche Wissenschaftler zu porträtieren: den Umweltbiologen Jakob von Uexküll, der Neuroanatomen Constantin von Monakow, den Entwicklungsbiologen Hans Driesch, den Gestalttheoretiker Max Wertheimer und den Psychiater Kurt Goldstein. Harringtons Fallstudien, schwärmt der Rezensent, seien jede für sich hochspannend und komplex, denn das Selbstverständnis dieser Wissenschaftler verband sich mit den verschiedensten ideologischen Strömungen ihrer Zeit.
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