Annette Hess

Deutsches Haus

Roman
Cover: Deutsches Haus
Ullstein Verlag, Berlin 2018
ISBN 9783550050244
Gebunden, 368 Seiten, 20 EUR

Klappentext

Frankfurt 1963. Eva, gelernte Dolmetscherin und jüngste Tochter der Wirtsleute Bruhns, steht kurz vor ihrer Verlobung. Unvorhergesehen wird sie gebeten, bei einem Prozess die Zeugenaussagen zu übersetzen. Ihre Eltern sind, wie ihr zukünftiger Verlobter, dagegen: Es ist der erste Auschwitz-Prozess, der in der Stadt gerade vorbereitet wird. Eva, die noch nie etwas von diesem Ort gehört hat, folgt ihrem Gefühl und widersetzt sich ihrer Familie. Sie nimmt die Herausforderung an, ohne zu ahnen, dass dieser Jahrhundertprozess nicht nur das Land, sondern auch ihr eigenes Leben unwiderruflich verändern wird.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2018

Deutsche Spießer, deutscher Holocaust und deutsches Schweigen, dazu noch eine Emanzipationsgeschichte und viel Lokalkolorit aus den Fünfzigern hat Rezensentin Frauke Meyer-Gosau mit diesem Romandebüt der Drehbuchautorin Annette Hess serviert bekommen. Das Potential, das darin liegt, konnte die Autorin offenbar nicht ausschöpfen: Die Rezensentin beklagt eine Sprache, die viel zu nahm am Mief der beschriebenen Kleinbürger ist. Handlungsfäden und Figuren würden einfach entsorgt. Und am Ende gibts noch ein Happy End. Ein "Triumph literarischer Trivialität", klagt Meyer-Gosau.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2018

Die Tochter eines Wirts erfährt als Dolmetscherin in einem Nazi-Prozess, dass ihr Vater als Koch in einem SS-Kasino in Auschwitz gearbeitet hat und dort mitsamt seiner Familie, inklusive der kleinen Tochter selbst, lebte, beschreibt Rezensent Werner Renz die Handlung des Romans "Das Deutsche Haus". Das Thema der traumatischen Spaltung, die die Nachgeborenen wegen der Verschlossenheit ihrer Eltern durchleiden, sobald sie nach der Vergangenheit fragen, fand Renz mutig gewählt, aber nicht alle Figuren und Motivationen würde er als gelungen bezeichnen. Zu einer abschließenden Meinung scheint sich der Rezensent nicht durchringen zu können.
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