3 CDs, 186 Minuten Laufzeit. Aus dem Englischen und gelesen von Harry Rowohlt. Der gute Edgar sitzt friedlich und gelangweilt in der Schulbank und hört dem Lehrer zu, der öde und endlos über die zahlreichen Eduarde unter den englischen Königen referiert. Edgar wünscht sich nichts sehnlicher, als zu verschwinden und zu Hause zum obligaten Tee überzugehen, und die Flucht gelingt: Er plumpst - oh Wunder - durch ein schwarzes Loch in seiner Schulbank direkt in die stürmische See auf ein Schiff, das Kurs auf die Osterinseln nimmt. Dort wird er staunend ausgesetzt, erreicht die Industriestadt Eden, landet auf dem Schloss des "Ungehobelten Ungeheuers" und kann dem kannibalischen Zugriff eines wilden Großvaters nur durch genaue Erklärung der Relativitätstheorie entfliehen, die er - zurück im Klassenzimmer - dem verblüfften Geschichtslehrer um die Ohren schlägt. Dann gibt's Tee.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 05.06.2003
Susanne Mayer zeigt sich fasziniert von Anthony Burgess' Geschichte des kleinen Edgar, der aus dem Alltag ausbricht und eine fantastische Reise erlebt, die ihn aus dem Schulunterricht an die Gestade der Osterinsel führt. Er landet zu Füßen der streng blickenden Steingesichter, begegnet Gnomen und Fischern, dämlichen Möwen, Hymnen singenden Kühen und einer Schlange, welche im "(literatur-)kritischen Stile von Marcel Reich-Ranicki" lispelt. Ausgelaugt von den vielen Erlebnissen will der Protagonist am Ende nur noch eines: "Wieder da sein, woher ich komme!" Wenn jemand wie Burgess die Reiseroute konzipiere, arte dies eben aus. Was könne man schon von einem Autor erwarten, der sein eigenes Todesdatum um 34 Jahre überlebte (als bei Burgess ein Gehirntumor diagnostitiziert wurde, gab man ihm noch ein Jahr). Ihr Vergnügen an diesem Hörbuch scheint dies keineswegs geschmälert zu haben. Der kleine Edgar flutsche in eine Zauberwelt "von der uns mit kehligen, gesäuselten, genuschelten Lauten, mit Kichern und Grölen und Raspeln, mit anderen Worten: von Harry Rowohlt erzählt wird.", schließt Mayer.
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