Von den Bedingungen, unter denen Menschen im Europa der Frühen Neuzeit Reisen unternahmen, haben wir heute kaum eine Vorstellung. Alte Reiseberichte übergehen meist Beschreibungen der Straßenzustände, die Unbequemlichkeit der Kutschen, die Trostlosigkeit durchquerter Landstriche - obwohl vor allem solche Umstände den Reisealltag ausmachten. Antoni Maczak lässt die Erfahrung des Unterwegsseins zwischen 1500 und 1700 lebendig werden. Er zeigt, warum man reiste, was man sich vom Reisen erhoffte und wie man durchs Reisen verändert wurde. Probleme wie die Gefahr von Kutschenunfällen, die mühsame Suche nach erträglichen Herbergen oder zuverlässigen Begleitern geraten in den Blick. Wir hören von widrigem Wetter und Gelände, wilden Tieren, marodierenden Soldaten und Wegelagerern. Uns begegnen lästige Bettgenossen und eilfertige Gastwirte, zweideutige Reisebekanntschaften und strenge Zollkontrolleure. All dies verbindet der Autor mit Porträts verschiedener Typen von Reisenden - von Bischöfen und Gesandten mit prächtigem Gefolge bis zum einsamen Pilger oder Gelehrten, der sich aus Wissendurst und Fernweh auf den Weg macht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2017
Thorsten Gräbe ärgert sich darüber, dass die endlich vorliegende deutsche Ausgabe von Antoni Maczaks Klassiker der Reisegeschichte aus dem Jahr 1978 nicht vollständig ist. Das wird dem Autor und seinem Anliegen nicht gerecht, meint er, das laut Gräbe darin besteht, Reisegewohnheiten im Alten Europa vorzustellen. Der Autor, so teilt der Rezensent mit, versammelt dazu Wanderberichte, Dokumente zum Pferdeverleih und zu Flussfahrten, widmet sich dem Kapitel Sexualität und Reiselust und befasst sich mit Sehenswürdigkeiten wie mechanischen Apparaten und Waffen.
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