in seinem neuen Buch gelingt es Antony Beevor, historischen Ereignissen Gesichter zu verleihen. Er erzählt anhand von neue Dokumenten, Interviews und Erinnerungen die Geschichten von Menschen, die den Alptraum vom Untergang Berlins und des deutschen Reiches durchlitten: Auf der Flucht, in den Todesmärschen aus den aufgegebenen KZs, in der Schlacht um die Stadt. Dabei kontrastiert er das Elend und die Verzweiflung von Zivilisten und Soldaten auf beiden Seiten mit den militärischen Strategien und den Vorgängen im "Führerbunker". Beevors Buch über das Sterben von Hitlers Berlin ist eine erschütternde Geschichte über Dummheit und Fanatismus, über Rache und Unmenschlichkeit; aber es erzählt auchvon Mitgefühl und Überleben unter unglaublichsten Umständen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.05.2003
Arnulf Baring hebt in seiner Besprechung hervor, dass Beevor britischer Offizier war und nun ein erfolgreicher Sachbuchautor ist, dessen Bestseller "Stalingrad" in neunzehn Sprachen übersetzt wurde. Denn "vor diesem Hintergrund mus man auch sein neues Buch sehen", meint Baring, das nicht den Anspruch erhebe, "als wissenschaftliches Standardwerk betrachtet zu werden." Doch das stört Baring nicht, er schätzt etwas anderes an dem Buch: "Ein besonderer Vorzug des Buches" besteht seiner Ansicht nach in "Skizzen, die Situationen und Personen anschaulich begreifbar machen". Als "besonders verdienstvoll" hebt er außerdem hervor, dass Beevor neben Hitler, Göring und Goebbels "auch dem Schicksal einfacher Leute breiten Raum gibt." Auch kleine Ungenauigkeiten können darum für Baring "den positiven Gesamteindruck nicht schmälern." Nachdenklich stimmt Baring allein, "dass hier ein Ausländer ein Vorhaben gewagt hat, dem deutsche Autoren, zumal die Gelehrten vom Fach, bisher erstaunlicherweise ausgewichen sind.
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