Einmal eine Margarita à la Jack Kerouac, bitte! F. Scott Fitzgerald hielt einmal fest, das Trinken sei das Laster des Schriftstellers. Und tatsächlich scheinen Alkohol und Literatur schon immer nahe beieinander gelegen zu haben. Von der Renaissance bis heute vereint "Trinken wie ein Dichter" die Lieblingsgetränke bekannter Dichterinnen und Autoren. Wollten Sie auch schon immer mit einem Vodka Martini über Sylvia Plaths Dichtung philosophieren, mit einem karibischen Cocktail nach Hemingway-Art am Strand liegen oder mit Joseph Roth - "böse, besoffen, aber gescheit" - einen oder zwei Pernod kippen? Dieses Buch ist der perfekte Leitfaden, um sich in die richtige "literarische" Stimmung zu versetzen. 99 einfache Rezepte stellen die ikonischen Drinks berühmter Schriftsteller vor und erläutern die Geschichte hinter den Getränken Mit den Lieblingsrezepten von F. Scott und Zelda Fitzgerald, E.T.A. Hoffmann, Salman Rushdie, Johann Wolfgang von Goethe, Agatha Christie, Annemarie Schwarzenbach, James Baldwin, Jane Austen, Thomas Bernhard, Friedrich Dürrenmatt, Franziska zu Reventlow u.v.m.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.12.2024
Ein Mitmachbuch ist das, freut sich Rezensent Paul Jandl, dessen Besprechung hauptsächlich aus Anekdoten über diverse Schriftsteller und ihren Alkoholkonsum besteht. Mixanleitungen für 99 Drinks enthält diese Veröffentlichung, erfahren wir, wer will, kann nun trinken, was Shakespeare trank (Metheglin), oder Jack Kerouac ("Wine Spodiodi" - Whiskey und Port gemischt), oder Oscar Wilde (Absinth, was sonst). Und so weiter und so fort, Jandl unterscheidet zwischen Hobby- und Profitrinkern, Tennessee Williams zum Beispiel gehörte wohl zu den Profis. Weiterhin kann man mit diesem Buch Spekulationen anstellen über den Zusammenhang von Trinker und Werk, meint Jandl im Folgenden mit Blick etwa auf Jane Austens Vorliebe für Gewürzwein. Insgesamt ein schönes Buch, das einen dafür entschädigt, dass selbst Künstler heutzutage nicht mehr allzu tief ins Glas schauen, findet der Rezensent.
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