Aus dem Lateinischen von August Rode. "Metamorphosen oder Der goldne Esel" des Apuleius ist ein Roman aus dem 2. nachchristlichen Jahrhundert, der seit 1800 Jahren die Literatur und Bildende Kunst beeinflusst.
Er erzählt die Geschichte des nach Wundern begierigen jungen Manns Lucius, der, durch eine falsche Zaubersalbe verwandelt, nun als Esel mit Menschenverstand durch eine unglaubliche Fülle spannender und komischer Erlebnisse gewirbelt wird. Er muss erkennen, welch delikate und verwunderliche Beziehungen Menschen untereinander und selbs mit Eseln eingehen.
Mit dieser Rahmenerzählung verflochten findet sich ein Kranz selbständiger Liebes-, Gauner- und Schelmengeschichten, die das farbige Bild menschlichen Erlebens auf amüsante Weise erweitern.
Vielfach ausgedeutet, haben alle Lesarten diesem so grotesk-sprunghaften wie witzigem Buch nichts von seiner hauptsächlichen Qualität genommen: seiner feinen, klassisch-komödiantischen Ironie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2018
Lorenz Jäger ist begeistert von Apuleius und seiner erzählerischen Ironie. Wenn der Erzähler in seiner Geschichte die Hexen Thessaliens in den Eingeweiden ihrer Opfer wühlen lässt und Kastrationsängste schürt, glaubt er sogar, es mit dem Drehbuch eines spätantiken Tarantino zu tun zu haben. Entsprechend trivialisiert erscheint die Antike hier. Die der Ausgabe zugrundeliegende alte Übersetzung von August Rode, eines Zeitgenossen Goethes, scheint Jäger kongenial, witzig, leicht altertümlich, vor allem aber: verständlich. Die Einleitung informiert den Rezensenten gut, etwa darüber, dass die Geschichte vom goldenen Esel das letzte Wort des antiken Heidentums vor der Christianisierung ist.
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