Seit Jahrzehnten geniesst die Schweizer Architektur weltweit einen ungebrochen herausragenden Ruf, während sich das Weltgefüge drastisch verändert. Doch wie reagieren die helvetischen Architekten auf die Veränderungen? Welche Impulse gehen aktuell von ihnen aus? Im Projekt Dialog Architektur befragen acht Interviewer 30 namhafte Schweizer Architekten nach den Schwerpunkten, Tendenzen und Ausblicken ihrer theoretischen Überlegungen und praktischen Arbeiten. Sie werden im Gespräch nicht nur aufgefordert, ihre konstruktiven, konzeptuellen sowie ästhetischen Standpunkte sprachlich zu formulieren, sondern auch aus den Herausforderungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts Rückschlüsse auf die Zukunft ihrer Disziplin zu ziehen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.04.2012
Jürgen Tietz hat seine Freude an diesem ungewöhnlichen Architekturbuch, das mit nur wenigen Abbildungen auskommt und sich ansonsten in Interviews und theoretischen Texten mit Schweizerischen Architekten auseinandersetzt, wie er erklärt. Es sind fast ausschließlich Architekten der deutschsprachigen und italienischsprachigen Schweiz, sehr wenige Architektinnen, die sich hier über zeitgenössische Architektur austauschen, und die nicht zuletzt einen Eindruck vom Einfluss und der hohen Qualität der aus der Schweiz stammenden Architektur vermitteln, wie der Rezensent betont. Sowohl Architektur als Teil der "Erinnerungskultur" als auch nachhaltiges Bauen spielen eine wichtige Rolle in den "Architekturdialogen", sehr deutlich wird aber auch, dass Architektur immer im Austausch mit der Zeit und ihrer gesellschaftlichen Realität steht, so Tietz. Besonders das Gespräch von Inge Beckel mit Gion A. Caminada hat ihn ob seiner emotionalen und intellektuellen Intensität begeistert und ist für ihn der Glanzpunkt einer sehr gelungenen Publikation.
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