Urbane Strukturen verweisen in gewissem Sinne, direkt oder indirekt, auf die Personen, die an ihrer Entstehung beteiligt sind, ob Bauträger, Investor, Städtebauer oder Architekt. Diese Indizien der unterschiedlichsten Planungs- und Baugeschichten interessieren Marc Angelil, auf seinen Reisen über den Globus spürt er ihnen nach, analysiert und interpretiert sie, ob in Los Angeles, Sao Paulo, Shanghai, Dubai oder Zürich. Entstanden ist ein vielschichtiges und detailreiches Lesebuch für alle, die sich für die Formen und (Un-)Gestalten unserer Umwelt interessieren. Dabei werden die jüngeren Texte zu den zeitgenössischen städtischen Phänomenen von früheren, stärker theoretisch ausgerichteten Arbeiten ergänzt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.07.2007
Hans Frei begrüßt diesen Band mit kritischen Essays zur zeitgenössischen Architektur, die Marc Angelil vorgelegt hat. Er verortet den Autor in der Tradition radikaler Systemkritiker wie Karl Marx, Henri Lefebvre, Noam Chomsky, Jean Baudrillard und Mike Davis, die in den elf Aufsätzen immer wieder zitiert werden. Die Essays teilt er in drei Gruppen. Die erste befasst sich mit der gegenwärtigen Entwicklung in Los Angeles, Dubai und China. Im Focus sieht Frei hier eine kritische Bestandsaufnahme der Standards der dominierenden globalen Entwicklung. Instruktiv scheint ihm auch die zweite Gruppe von Essays, die sich mit Typen territorialer Entwicklung beschäftigen. Angelil zeige hier, wie Slums, Flughäfen und Einkaufszentren unser bisheriges Verständnis von Stadt und Öffentlichkeit in Frage stellen. Schließlich befasse sich Angelil mit dem "08/15-Städtebau". Die generelle Intention des Autors sieht Frei anders als bei seinen früheren Arbeiten nicht mehr darin, die Welt mittels kritischer Architektur aus den Angeln zu heben, sondern die Architektur den akuten Problemen der Welt anzupassen.
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